Unterernährung bei Frauen und Kindern gestiegen

18. Mai 2001, 15:01
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UNICEF über Entwicklung in Jugoslawien besorgt

Belgrad - Das UNO-Kinderhilfswerk (UNICEF) hat auf die sich anhaltend verschlechternde Lage von Kindern in Jugoslawien hingewiesen. Die Qualität von Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheitswesen, Bildung, Kinderschutz habe sich (in den letzten zehn Jahren) wesentlich verschlechtert, heisst es in einer Aussendung des Belgrader UNICEF-Büros.

UNICEF sei besonders über die Ernährung von Frauen und Kindern besorgt, die sich in den letzten vier Jahren verschlechtert habe. Die Unterernährung ist im Anstieg und hat sich seit 1996 verdrei-, wenn nicht gar vervierfacht. 30 Prozent der Kinder im Alter unter fünf Jahren und 27 Prozent der Frauen leiden an Anämie. Nur etwa 10 Prozent der Babys werden gestillt, was gemäss der UNICEF-Analyse eine der weltweit niedrigsten Raten ist. 42 Prozent der Mütter können nicht einmal zwei Merkmale von Kindererkrankungen nennen. Unfälle, Verletzungen und Vergiftungen zu Hause sind laut der UNICEF-Studie die häufigsten Ursachen von Kinderkrankheiten und Kindersterblichkeit.

Gifte

Jüngste Angaben zeigen, dass 23 Prozent der Kinder im Alter zwischen elf und 15 Jahren regelmässig rauchen, zwei Drittel der Fünfzehnjährigen haben bereits Alkoholerfahrungen, über 20 Prozent der Volks- und MittelschülerInnen haben Erfahrungen mit Rauschgift, das auch in Schulen leicht zu bekommen ist. Allein in Belgrad gibt es schätzungsweise 30.000 Heroinsüchtige. Ein Fünfteil aller HIV-Infizierten sind junge Menschen im Alter zwischen 20 und 24 Jahren.

In der UNICEF-Studie wird auf die "besorgniserregende Senkung der Qualität im Bildungswesen" hingewiesen. Die Finanzmittel für das Bildungswesen sind um 40 Prozent verringert worden. 30 Prozent der MittelschülerInnen beenden nicht die Ausbildung. (APA)

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