Gewicht Österreichs im neuen MSCI-Weltindex halbiert sich

20. Mai 2001, 18:51
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Von 0,09 auf 0,04 Prozent - Größte Verlierer Japan, Frankreich und Deutschland - USA und Großbritannien Gewinner

London/Wien - Morgan Stanley Capital Interantional (MSCI) hat am Sonntag die Listen ihrer neuen MSCI Provisional Index Series veröffentlicht, die ab 31. Mai 2001 berechnet werden sollen. Dabei wird sich das Gewicht Österreichs im umgestellten MSCI Provisional ACWI Free Index von 0,09 auf 0,04 Prozent halbieren. Wie MSCI mitteilte, wurde die Zusammensetzung der Indizes unter Berücksichtigung des Anteils frei handelbarer Aktien eines Unternehmens (Freefloat) vorgenommen.

Ziel sei es gewesen, 85 Prozent der auf dem Freefloat basierenden Marktkapitalisierung jeder Branche jedes Landes abzubilden. Die kompletten Listen sind auf der Website MSCI veröffentlicht.

Wie bereits im Dezember 2000 angekündigt, wird MSCI das neue Indexkonzept in zwei Schritten umsetzen, am 30. November 2001 und am 31. Mai 2002. MSCI weist darauf hin, dass es durch die Umstellung zu Neugewichtungen in den einzelnen Indizes kommen wird.

Japan und Deutschland als große Verlierer

Der All Country World Index (ACWI) Free repräsentiert weltweit 49 entwickelte und Schwellenaktienmärkte. Die auf Freefloat-Basis berechnete Pro-forma-Kapitalisierung des MSCI Provisional ACWI Free Index beträgt 18,171 Bill. Dollar und ist damit geringer als die des MSCI Standard ACWI Free Index (18,7654 Bill. Dollar).

Danach erhöht sich die Pro-forma-Gewichtung der USA und Großbritanniens im provisorischen ACWI Free Index auf 55,3 (49,1) Prozent bzw. auf 10,4 (9,3) Prozent. Größte Verlierer sind Japan, Frankreich und Deutschland mit Gewichtungen, die um jeweils 1,3, 1,2 und 1,0 Prozentpunkte unter der bisherigen im MSCI Standard ACWI Free Index liegt.

Sektor Telekommunikation geht zurück

Auch aus Branchensicht gibt es Veränderungen. Die Gewichtung des Sektors Technologie Hardware & Equipment steigt auf 11,5 (10,0) Prozent, während die des Bereiches Telekommunication Services auf 7,2 (8,2) Prozent zurückgeht. Die Gewichtung der entwickelten Märkte erhöht sich im provisorischen ACWI Free Index auf 96,9 Prozent von 95,0 Prozent im Standard ACWI Free Index. Entsprechend verringert sich das Gewicht der neuen Märkte auf 3,1 (5,0) Prozent.

Der MSCI EAFE (Europe, Australasia, FarEast) Index repräsentiert 21 entwickelte Aktienmärkte außerhalb Nordamerikas. Auf Pro-forma- Basis ergibt unter Zugrundelegung des Freefloat eine Kapitalisierung des provisorischen EAFE Index von 7,195 Bill. Dollar gegenüber den 8,230 Bill Dollar des MSCI Standard EAFE Index. Größter Pro-forma-Gewinner auf Länderseite ist hier wiederum Großbritannien mit einer Gewichtung von 26,2 (21,2) Prozent, während Frankreich auf 9,5 (11,2) Prozent, Deutschland auf 7,0 (8,5) Prozent und Italien auf 3,7 (4,6) Prozent verlieren.

Der Emerging Markets Free (EMF) Index repräsentiert 26 neue ("Schwellen")-Aktienmärkte. Nach Anwendung der neuen Berechnungsmethodik sinkt die Gesamtkapitalisierung hier auf 562 (947) Mrd USD. Größte Gewinner sind Südafrika mit 15,3 (11,0) Prozent und Südkorea mit 14,8 (11,5) Prozent. Deutlich niedriger gewichtet sind im provisorischen EMF Free Index Indien, Mexiko und Malaysia. (APA/vwd)

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