Die Persönlichkeit entscheidet

25. Mai 2001, 18:04
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Mitarbeiter werden wegen ihrer Fachkompetenz eingestellt und wegen ihrer Persönlichkeit entlassen

Die Studie wurde unter 71 Personalchefs aus Unternehmen in Österreich und Deutschland durchgeführt, die über einen Jahresumsatz von 3,5 Mio. € (über 48 Mio. S) bis zu 30 Mrd. € (über 412 Mrd. S) verfügen. In elf Thesen werden die Ergebnisse vorgestellt.

Rekrutierung

Zu je 35 Prozent rekrutieren die Unternehmen ihre Mitarbeiter über Stellenanzeigen oder Personalberater, bereits knapp 15 Prozent macht das Online-Recruiting aus. Bei den Auswahlinstrumenten dominiert klar das klassische Interview, gefolgt von Beurteilungsverfahren in Assessment-Centern.

Probezeit

Eine verstärkte Nutzung des Instrumentes der sechsmonatigen Probezeit wird von über 56 Prozent der befragten Personalchefs eher reserviert beurteilt. Das hat den einfachen Grund, dass die wesentlichen Entscheidungen bereits im Recruitingprozess getroffen werden müssen. Eine Trennung von einem einmal ausgewählten Mitarbeiter bedeutet nämlich erhebliche Verluste sowohl für das Unternehmen wie für den Mitarbeiter.

Kündigungen

Sowohl Dieter Scholz, Human Ressources Partner Europe, Middle East und Africa von IBM, sowie Gerhard Freund, Konzernentwickler bei der Bank Austria, betonen daher, dass in ihrem Bereich Kündigungen von Unternehmensseite praktisch nicht vorkommen. Die Entwicklung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter liege in beiden Unternehmen direkt in der Hand der Führungskräfte, in deren Abteilungen die Neuen arbeiten.

Mitarbeiterauswahl

Auch Rudolf Semrad, Geschäftsführer der Swatch Group Österreich, untermauert den absoluten Vorrang der richtigen Mitarbeiterauswahl bereits im Recruitingprozess. Die Nutzung der Probezeit kann also weiterhin als bloßes Notinstrument in Fällen gravierender Fehlbesetzung angesehen werden.

Feedbackgespräche

Nichtsdestotrotz erfordern die ersten sechs Monate der Einarbeitung eine intensive Betreuung der neuen Mitarbeiter in der Einarbeitungsphase mit Mitarbeiter- und Feedbackgesprächen, wie die Studie herausstreicht.

Scheitern

Die durchschnittliche Rate des Scheiterns in der Probezeit liegt laut der Erhebung der Managementberatung Müh_lenhoff und Partner bei zehn bis 20 Prozent. Die Ursachen zeigen sich überwiegend in den ersten drei Monaten und liegen weniger in der mangelnden Erreichung von Zielvorgaben als in der Persönlichkeitsstruktur des Mitarbeiters. Trennungen werden von Unternehmensseite aber durchaus selbstkritisch beurteilt. Mangelnde Übereinstimmung von Anforderungen und Erwartung werden als Hauptgrund angesehen.

... lautet die zugespitzte Schlussfolgerung einer Management-Studie zum Thema "Gestaltung der Probezeit".

von Matthias Raftl

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