Kritik am Uni-Dienstrechtsentwurf dauert an

18. Mai 2001, 14:41
posten

Assistenten-Regelung weiterhin im Kreuzfeuer der Kritik

Wien - Nach der Ablehnung des aktuellen Entwurfs für das Uni-Dienstrecht durch die Österreichische Rektorenkonferenz (ÖRK) ist die Kritik gegen das Papier wieder aufgeflammt. Stein des Anstosses ist vor allem die Assistenten-Regelung, wonach sich Einsteiger in die wissenschaftlichen Karrieren nach vier und sechs Jahren auf jeden Fall neu um eine Stelle bewerben müssen.

Für den Assisten/inn/enverband würde die Regelung das Ende der wissenschaftlichen Karrieren von Tausenden Nachwuchswissenschaftern bedeuten, heißt es in einer Aussendung am Freitag. Neueinsteigern würden damit derart unattraktive Perspektiven geboten, dass es nicht mehr möglich sein werde, qualifiziertes Personal für eine Uni-Karriere zu gewinnen.

Auch für die Bundeskonferenz für das wissenschaftliche und künstlerische Personal an den Universitäten (Buko) befürchtet durch das neue Dienstrecht eine Schwächung der Universitäten. Buko-Chef Reinhard Folk schließt sich der Forderung der ÖRK an, den Termin für die Gesetzwerdung des neuen Dienstrechts zu verschieben und die Sache gründlich zu überdenken.

In einer Aussendung der Österreichischen Forschungsgemeinschaft begrüßt Generalsekretär Emil Brix die beabsichtigten Ziele der Reform des Hochschullehrerdienstrechts. Allerdings enthalte der Entwurf "in einigen wesentlichen Punkten" Unklarheiten. Unter anderem müsse es für eine kleine Gruppe wissenschaftlicher Kräfte - so genannte Systemerhalter - die Möglichkeit geben, längerfristig angestellt zu werden.

Für eine Kunstuniversität seien die durch das neue Dienstrecht beabsichtigten Fluktuationen des Lehrpersonals "inadäquat und inakzeptabel", heißt es in einer Aussendung des Universitätskollegiums der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Auch das vier Säulen-Modell - Auszubildende, Assistenten, befristete und unbefristete Professoren - entspreche weder den speziellen Bedürfnissen einer Kunstuniversität, noch der geforderten Frauenförderungspolitik und widerspreche der angekündigten weiterentwickelten Autonomie der Unis. (APA)

Share if you care.