Fröhliches Testen zum Auftakt

22. Mai 2001, 21:24
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Alle 180 Fahrer wurden vor dem Prolog auf EPO-Doping abgeklopft

Pescara - Schon vor dem Prolog des 84. Giro d'Italia mussten sich am Samstag alle 180 Teilnehmer in Pescara der obligatorischen Blutkontrolle stellen. Sollten von den Eintragungen in den Gesundheitspässen abweichende Werte der Fahrer festgestellt werden, folgen Urin-Tests nach der neuen französischen Methode zum EPO-Nachweis. Das vom Radsport-Weltverband (UCI) am 1. April eingeführte Analyse-Verfahren kann den Einsatz des Hormons Erythropoietin (EPO) zu Doping-Zwecken nachweisen.

Hämatokrit-Werte über 50 Prozent führen nicht nur zum anschließenden Urin-Test, sondern auch zu der üblichen 14-tägigen Sperre. Vom Ergebnis der Urin-Analyse hängen dann weitere Strafen ab. Seit 1. April wurden bisher der Däne Bo Hamburger und der Schweizer Roland Meier als EPO-Benutzer überführt. Die offizielle UCI-Bestätigung nach der B-Probe steht allerdings in beiden Fällen noch aus. Ab Sonntag werden täglich mindestens fünf Urin-Kontrollen vorgenommen, außerdem wird nach Anabolika und aufputschenden Substanzen gesucht. EPO kann nach der französischen Methode drei bis vier Tage nach der Verabreichung nachgewiesen werden.

In Italien und Frankreich gelten die härtesten Anti-Doping-Gesetze. Der Lokalmatador Marco Pantani wurde wegen "Sportbetrugs" aus dem Jahr 1995 Ende des vergangenen Jahres zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Eine Revision Pantanis läuft - allerdings auch ein weiterer Prozess gegen ihn. Pantani war 1999 wegen eines überhöhten Hämatokrit-Wertes im Rosa Trikot zwei Etappen vor dem Ende der Italien-Rundfahrt wegen Doping-Verdachts suspendiert worden. (APA/dpa)

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