Solarlicht für Tansania

19. Mai 2001, 17:24
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Studenten des Technikum-Wien entwickeln Solarlampen – Akkuzustand im Internet abrufbar

Wien - Studenten der Fachhochschule Technikum-Wien haben in Kooperation mit der staatlichen Berufsschule Freilassing eine Energiesparlampe entwickelt, deren Akkus sich über Solarzellen wieder aufladen. Im Rahmen des Entwicklungsprojektes Solar 2000 sollen die Solarlampen Familien in Tansania zu sauberem und billigem Licht verhelfen. "Die Entwicklung von Hard- und Software erfolgte in ehrenamtlicher Tätigkeit in rund 500 Arbeitsstunden“, erklärte Marcus Eder auf der ScienceWeek@Austria.

Die Solarlampen sowie das Solarmodul, das für das Aufladen der Lampe benötigt wird, können entweder gekauft oder geleast werden. Für kleine Dorfsiedlungen besteht die Möglichkeit eigene intelligente Ladezentren zu errichten. Dabei laden große Solarpaneele Bleiakkus auf, die wiederum die Akkus der Solarlampen "auftanken“. "Ziel ist es eine Akku-Lebensdauer von zwei bis drei Jahren zu erreichen“, so der Entwickler. Mit dem Aufladen können auch automatisch von der Lampe gespeicherte Daten wie Umgebungstemperatur, Ladezustand des Akkus und Benutzerdauer abgerufen werden. Diese werden beim Anschluss an das Ladezentrum gelesen und sind im Internet abrufbar. Die Informationen dienen den Entwicklern zur Optimierung der Benutzerbedürfnisse.

Die Elektronik der Lampe - die Ladestation – dient nicht nur zur Aufladung der Akkus, sondern auch als Schnittstelle zwischen PC und Lampe. Die dafür benötigte Software, die die Daten umwandelt und in eine lesbare Form bringt, wurde von Klaus Desl von der Studienrichtung Elektronische Informationsdienste des Technikums entwickelt. "Die Software läuft über das Betriebssystem Linux. Im Endeffekt werden die in einem zweiten Schritt in Dezimalwerte umgewandelten Daten in eine HTML Datei geschrieben, die über einen Internet-Browser angesehen werden kann“, erklärte Desl gegenüber pte. Die Programme laufen selbstständig im Hintergrund und aktualisieren in regelmäßigen Abständen die angezeigte HTML Seite mit den Daten der jeweils zuletzt angeschlossenen Lampe.

"Es ist vorgesehen, dass die Elektronik und die einzelnen Teile der Hardware wie Gehäuse in Österreich bzw. Bayern gefertigt und anschließend von geschulten Arbeitern in Tansania zusammengebaut werden“, sagte Eder. Die Bauteile für die erste Serie von 500 Lampen seien bereits in Tansania. Noch im Sommer sollen die Lichtspender, die auch als Stromquelle für andere Geräte wie Radios dienen können, in Betrieb genommen werden. (pte)

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