"Verlierer sehen anders aus"

18. Mai 2001, 15:47
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"e-media": Wie es "aktuell mit derStandard.at ausschaut"

Die Ergebnisse der Österreichischen Web-Analyse (ÖWA) sorgen für Aufregung im aktuellen "e-media": "News Networld" meldete zwar im Monat April - einer "Serverumstellung" wegen - keine Zahlen über die eigene Performance im Netz, widmet allerdings den Rückgängen eines Mitbewerbers reichlich Platz. "Berichterstattung verbieten lassen wir uns nicht", lautet die Rechtfertigung dafür im Fellner-Blatt. "Schlechter Verlierer" titelt das Magazin also und zielt damit auf die Bronner Online AG, die just in dieser Ausgabe des Blattes eine Gegendarstellung durchsetzte, welche sich über diesem Artikel befindet.

Das Landesgericht St. Pölten bestätigte im April die Forderung des STANDARD-Online-Angebotes, mit einer Gegendarstellung im Magazin "e-media" "irreführend unvollständige und unrichtige" Daten richtigzustellen.

Der Hintergrund: In "e-media" wurde das Onlineportal des News-Verlages "News Networld" als "überragender Jahressieger der heimischen Medien im Internet" bezeichnet. Man verlieh dem klick-intensiven News-Portal - auch bekannt durch "Strip Quiz" und "Online-Schnapsen" - eine Goldmedaille und jubelte über 57,3 Millionen "Klicks", mit denen man die Spitzenposition vor "Krone.at" und "ORF On" halte. Unerwähnt blieben die "Visits", zusammenhängende Nutzungsvorgänge, die Besuche eines Online-Angebotes. Laut diesen Zahlen lag das Angebot von derStandard.at im Dezember 2000 vor "News Networld".

Rückgänge bei Mitbewerbern zu veröffentlichen, wenn man selbst keine Zahlen bekannt gibt, hält Alexander Mitteräcker, Vorstand der Bronner Online AG, für durchaus gewagt. "Offenbar ist das Verständnis innerhalb der Verlagsgruppe ’News’ bezüglich Reichweitenmessung im Internet nicht sehr ausgeprägt", so Mitteräcker. "Verlierer sehen anders aus, derStandard.at liegt laut Austrian Internet Monitor mit 14 Prozent Reichweite vor 'News' (12 Prozent)". (sb)

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