Nivel-Prozess: Täter wird überdurchschnittliche Intelligenz bescheinigt

18. Mai 2001, 13:35
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Überfall wird bei französischen Gendarmen bleibende Schäden hinterlassen

Saint-Omer - Im Prozess um den Überfall auf den französischen Gendarmen Daniel Nivel vor knapp drei Jahren hat ein Gutachter dem Angeklagten Markus Warnecke überdurchschnittliche Intelligenz bescheinigt. Der 30-Jährige habe einen IQ von 130, sagte der Psychologe Emile Lepretre am Freitag vor dem Schwurgericht von Saint-Omer. Er sei "kühl, ruhig und bestimmt" sowie hart und anspruchsvoll gegen sich und andere.

Der Deutsche soll an dem Angriff auf drei Gendarmen am 21. Juni 1998 am Rande des Fussball-WM-Spiels Deutschland-Jugoslawien im nordfranzösischen Lens beteiligt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft wirft Warnecke schwere Körperverletzung vor. Der Angeklagte hat bestritten, Nivel geschlagen zu haben. An dem Prozess nimmt auch Nivel teil, der bei der Gewaltorgie deutscher Hooligans Schädelverletzungen erlitten und wochenlang im Koma gelegen hatte.

Der Nervenarzt Paul Augustin sagte vor Gericht, der Gesundheitszustand des Gendarmen werde sich nicht mehr deutlich verbessern. Nivel habe noch immer Schwierigkeiten beim Gehen, sein Geschmacksempfinden sei gestört. Er könne Geschriebenes nicht verstehen. Montag sollen die Plädoyers gehalten werden, mit dem Urteil wird am Dienstag gerechnet. (APa)

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