Wärmedämmung ohne Gesundheitsrisiko

18. Mai 2001, 13:26
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Keramikschaum ersetzt Asbest

Haifa - Israelische Chemieingenieure haben einen Keramikschaum entwickelt, der als Wärmedämmung das gesundheitsschädliche Asbest ersetzen kann. Das Team um Gideon Grader, Professor am Technion-Israel Institute of Technology, arbeitet derzeit an einer Versuchsanlage zur industriellen Produktion des neuen Materials. Der Schaum aus Aluminiumoxid besteht bis zu 96 Prozent aus Luftbläschen und übersteht Temperaturen von bis zu 1700 Grad Celsius.

Neben der thermischen Isolierung eignet sich das Material auch für zahlreiche andere Anwendungen, von der Lärmdämmung bis zur Absorption von Umwelt-Schadstoffen. In Sachen Effektivität kann der Schaum mit modernen Keramikfasern mithalten, so Grader. Heute ersetzen Keramikfasern das Asbest, dessen spitze Mikropartikel beim Einatmen schwere Lungenschäden und Lungenkrebs verursachen können. Doch auch Partikel der Keramikfasern können beim Einatmen gefährlich werden. Aus dem Keramikschaum hingegen entstehen beim Zerschlagen unschädliche Staubteilchen.

Grundlage des Schaums bilden spezielle "Kristalle" aus Aluminiumoxid und schaumbildende Bestandteile. Der Hitze ausgesetzt, entsteht daraus eine Lösung, in der sich im Lösungsmittel Polymerketten ausbilden. Beginnt das Lösungsmittel zu kochen, so bilden sich Milliarden winziger Luftbläschen, die im Kunststoffgerüst stabil eingeschlossen sind. Weiteres Erhitzen hinterlässt schließlich den Keramikschaum. (pte)

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    Asbest-Entfernung kann nur unter strengsten Schutzvorkehrungen durchgeführt werden.

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