Herumbolzen im Namen der Kunst

18. Mai 2001, 15:22
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So etwas geht natürlich nur mit einer "mobilen Skulptur"

Wien - Ein noch jugendlicher HA Schult mit Sturzhelm in einer quietschorangen Dyane, der geglätteten Version von Citroens klassischem 2CV, Europa als Kunstprojekt durchquerend. Manche werden sich noch an die Abbildung in einem gängigen Lehrbuch für österreichische Mittelschulen erinnern. Die Erweiterbarkeit des Kunstbegriffs wurde damit erläutert.

Eine zeitgemäß upgedatede Variante präsentierten am Freitag im WUK Plamen Dejanov und Swetlana Heger: ihr work in progress "Quite Normal Luxury (TEST THE WORLD)". In einem per Kunstsponsoring zur Verfügung gestellten silberfarbenen Z3 2.8. BMW Roadster werden sie für das MAK bis 2002 zu ausgewählten Ausstellungsorten unter anderem in Madrid, Basel und Berlin fahren.

Laut Präsentation soll das Auto dabei als mobile Skulptur sowohl zum Ausstellungsbeitrag, Gebrauchsgegenstand der Künstler als auch zum Beitrag zur Debatte um neue Wege der Präsentation von Kunst werden. Erweitert werden soll der definierte Rahmen der Kunstproduktion, -vermittlung und -sammlung, die Praxis der ortsbezogenen Ausstellung soll zur Diskussion gestellt und das Verhältnis von Kunst und Ökonomie beleuchtet werden.

Dejanov und Heger werden auf ihren Ausstellungsfahrten ein Logbuch führen und darin neben Kilometerstand und Benzinverbrauch Notizen, Fotos und Unterschriften sammeln. Dieses wird dem MAK am Ende des Projektes ebenso übergeben wie der Z3 Roadster, der als Kunstwerk in die MAK-Sammlung Gegenwartskunst eingehen wird.

Das Projekt "Quite Normal Luxury" begann 1999 im Rahmen der Ausstellung "Dream City" (München) und findet mit "(TEST THE WORLD)" seine Fortsetzung. (APA/hcl)

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