Fujitsu Siemens will von Wien aus den Osten erobern

18. Mai 2001, 11:33
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Österreich-Tochter steigert Umsatz 2000 um ein Drittel

Der Computerhersteller Fujitsu Siemens will in den kommenden Jahren von Wien aus den Osten Europas erobern. Zwar seien dort zur Zeit nur Personal Computer (PC) zu verkaufen, der Markt habe aber einen sehr großen Nachholbedarf, erklärte der Managing Director von Fujitsu Siemens Computers Österreich, Marcus Decan, am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (31. März) hat die Österreich-Tochter des 50:50-Joint Ventures der Fujitsu Ltd. und der Siemens AG 210 Mill. Euro (2,9 Mrd. Schilling) umgesetzt. 10 Prozent der Einnahmen stammten dabei aus dem Ostgeschäft.

Gute Zuwächse

Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Fujitsu Siemens Österreich einen Umsatz von 230 Mill. Euro. Der Anteil des Ostgeschäfts soll dabei zwar nicht über 12 Prozent hinausgehen, einzelne Länder, vor allem die Slowakei und Kroatien, versprächen aber bereits im laufenden Geschäftsjahr sehr gute Zuwächse.

Neben diesen beiden Ländern kümmert sich Fujitsu Siemens Österreich auch um alle anderen Staaten Ex-Jugoslawiens, um Bulgarien und um Rumänien. Die Österreich-Tochter trägt damit derzeit die Verantwortung für rund 100 Mitarbeiter, 15 davon arbeiten in Osteuropa.

Notebookgeschäft als Hoffnungsträger

Während im Osten noch der PC das Kerngeschäft des Unternehmens darstellt, erwartet man sich in Österreich vor allem vom Notebookgeschäft ein massives Wachstum. "Unser Plan ist es, heuer hinter Compaq und IBM die Nummer 3 am heimischen Markt zu werden," so Decan. Trotz einem im Branchenvergleich eher mageren Wachstum von 20,5 Prozent im ersten Quartal - der gesamte heimische Notebookmarkt wuchs um 41,8 Prozent - sei dieses Ziel weiter intakt. Derzeit ist Fujitsu Siemens die Nummer 7 am österreichischen Notebookmarkt.

Wachsen will Fujitsu Siemens am heimischen Markt auch im Intel-Server-Bereich. Hier hat man sich hinter Computer und IMB allerdings bereits auf dem guten dritten Platz positioniert. "Wir sind bereits knapp am zweiten, IBM, dran und haben gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres Hewlett-Packard vom Platz verdrängt."

20 Prozent der Einnahmen mit Klein- und Mittelunternehmen

Rund ein Viertel aller Umsätze erwirtschaftet das Unternehmen im Consumer-Bereich. Der anteilsmäßig größte Teil des Umsatzes kommt mit 55 Prozent aus dem Geschäft mit Behörden, Banken und Großunternehmen. Wesentlich verbessern will man den Produktbereich für Klein- und Mittelunternehmen (KMU). Von dort stammen derzeit rund 20 Prozent der Einnahmen.

Fujitsu Siemens beschäftigt weltweit rund 6.500 Mitarbeiter. Im vergangenen Geschäftsjahr hat das Mitte 1999 gegründete Joint Venture rund 6 Mrd. Euro umgesetzt. 2001 sollen 6,6 Mrd. Euro umgesetzt werden. (APA)

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