Sieben Tote und 138 Verletzte bei Anschlag in Medellin

18. Mai 2001, 19:14
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Autobombe detoniert auf belebtem Platz in kolumbianischer Stadt

Bogota - Bei der Explosion einer Autobombe sind in der kolumbianischen Millionenmetropole Medellin sieben Menschen getötet und 138 verletzt worden. Die Behörden der Stadt im Nordwesten des südamerikanischen Landes gingen davon aus, das es sich um einen Racheakt im kriminellen Milieu handelte. Erst am Morgen vor dem Anschlag war der Chef der mächtigsten Verbrecherbande Kolumbiens, Ronald Arroyave, von Unbekannten auf offener Straße in Medellin erschossen worden.

Die Explosion in einem eleganten Stadtteil mit vielen Nachtlokalen richtete am späten Donnerstagabend auch große Sachschäden an. Nach Augenzeugenberichten hatten zwei Männer und zwei Frauen das Fahrzeug mit etwa 25 Kilogramm Dynamit abgestellt und die Bombe ferngezündet. In dem Viertel, in dem es zahlreiche Discotheken und Kneipen gibt, waren vor allem junge Leute unterwegs.

Der Bürgermeister von Medellin, Luis Perez, ging davon aus, dass die Tat von Kriminellen verübt wurde. Die Polizei habe in den vergangenen Tagen bei mehreren Einsätzen gegen kriminelle Banden große Erfolge erzielt, sagte er. Medellin gilt als Hochburg des Drogenhandels. Zahlreiche Banden haben sich auch auf Erpressungen, Raub und Entführungen spezialisiert.

Zu Beginn dieses Jahres hatte eine in einem unterirdischen Parkhaus gezündete Autobombe in Medellin einen Menschen getötet und 52 weitere verletzt sowie große Schäden verursacht. Zwischen 1985 und 1993 gab es in Medellin im Zusammenhang mit dem "Krieg" des berüchtigten Drogenbarons Pablo Escobar gegen den Staat häufig Terroranschläge. Die Lage beruhigte sich erst, nachdem Escobar 1993 von der Polizei erschossen worden war. (APA/dpa)

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