Nach Autopanne verdurstet

18. Mai 2001, 22:43
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Leichen von 140 Afrikanern in der libyschen Wüste entdeckt

Niamey - An der Grenze zwischen Libyen und Niger sind bis zu 140 afrikanische Flüchtlinge in der Sahara verdurstet. Nach nigerianischen Regierungsangaben hatten die Menschen versucht, illegal nach Libyen einzureisen, als in der Wüste ihr Lastwagen liegenblieb. Von den 165 Flüchtlingen auf dem Fahrzeug überlebten demnach nur 25. Nach Angaben eines Regierungssprechers in Niamey hatte der Laster die Stadt Dirkou im Norden Nigers Anfang Mai verlassen.

Die etwa 500 Kilometer zur libyschen Grenze legte der Fahrer auf Umwegen zurück, um libyschen Grenzkontrollen auszuweichen. Dabei blieb das Fahrzeug mit einer Panne liegen.

Die Flüchtlinge kamen demnach aus Mali, Nigeria, Niger, Tschad und Sudan. Viele waren ohne Personalpapiere, so dass ihre Nationalität nicht festgestellt werden konnte. Die libysche Nachrichtenagentur JANA hatte zuvor von 93 Toten berichtet. Demnach überflog die libysche Armee nach Bekanntwerden der Berichte das Gebiet, um Überlebende zu orten. Die Toten seien an verschiedenen Orten der südlichen Murzuq-Wüste gefunden worden.

Jedes Jahr flüchten Hunderttausende Afrikaner auf der Suche nach Arbeit nach Libyen. Von den fünf Millionen Menschen in Libyen kommen rund zwei Millionen aus den angrenzenden Ländern Tschad, Niger, Sudan sowie aus Nigeria. (APA)

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