Salzburg: "Love Talks" gegen sexuellen Missbrauch

17. Mai 2001, 22:28
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Kinder sollen lernen, Grenzen zu setzen

Ebenau/Salzburg - Die Reaktionen der Eltern waren anfangs skeptisch bis ablehnend, berichtet die Projektleiterin Brigitte Cizek. "Wie sollen wir mit unseren Kindern über Sexualität sprechen, wenn wir keine Sprache dafür haben?", hätten besorgte Eltern gefragt.

"Love Talks" auch in Kindergärten

Seit vergangenen Herbst wird das Projekt "Love Talks" vom Österreichischen Institut für Familienforschung (ÖIF) nach 15 Jahren Erfahrung im Schulbereich erstmals auch in Kindergärten durchgeführt. In Rollenspielen und durch Beschreibung von Bildern werden die Drei- bis Sechsjährigen ermutigt, ihre Gefühle und Stimmungen zu erkennen und in Worte zu fassen. Fragen zum menschlichen Körper werden ebenso beantwortet wie zu Schwangerschaft, Verhütung und Geburt. Dazu haben eigens ausgebildete Moderatoren zu Beginn des Projekts mit den Eltern und Kindergärtnerinnen Themen besprochen und erarbeitet. Kindern wie Eltern könne so die Sprachlosigkeit beim Thema Sexualität genommen werden, argumentiert die zuständige Landesrätin Maria Haidinger (VP).

Prävention von Gewalt gegen Kinder stehe dabei im Vordergrund

Die Prävention von Gewalt gegen Kinder stehe dabei im Vordergrund der Sexualpädagogik im Kindergarten. "Die Kinder lernen, Grenzen zu setzen, und bekommen so das Rüstzeug, um sich gegen sexuelle Gewalt wehren zu können", meint Haidinger. Nach den gelungen Pilotprojekten in den Orten Ebenau, Puch und Anif soll "Love Talks" ab kommenden September auch in weiteren Kindergärten Einzug halten. Heuer wurden dafür vom Land Salzburg 400.000 Schilling (29.000 Euro) bereitgestellt. (stet, Der STANDARD Print-Ausgabe 18.Mai 2001)

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