Ölplattformen, asketisch bis ekstatisch: Ausstellung über Nachnutzungskonzepte für Bohrinseln

19. Mai 2001, 00:03
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Graz - Was soll mit ausrangierten Bohrinseln geschehen? Grazer Architekturstudenten haben sich über deren Nachnutzung Gedanken gemacht und ihre Vorschläge im Rahmen der "ScienceWeek" präsentiert.

Reinhard Gradl könnte sich vorstellen, eine ausrangierte Bohrinsel in eine Luxusvilla samt Heimkino, Fitnessstudio, Kunsthalle, Swimmingpool, Tennisplatz für drei "wohlhabende" allein stehende Herren umzuwandeln. Dieses Nobeldomizil wäre natürlich nur mit eigenem Helikopter zu erreichen.

Für Menschen, die sich zurückziehen wollen und innere Einkehr suchen, hat Yasmin Hörner ein Kraftzentrum mitten in der Adria konzipiert. Sie teilt die Plattform, siedelt auf der einen Seite Refektorium, Küche, Säle, auf der anderen Seite Bienenwaben ähnelnde Mönchszellen an.

Weniger asketisch geht es auf "Angel Island" von Sabine Mayer und Adolf Rappold zu. Die beiden haben auf der Insel, 20 Minuten vor Los Angeles, grenzenlose Möglichkeiten für vergnügungssüchtige Männer und Frauen, allerdings streng nach Sozialstatus und Geschlecht getrennt: Im "Mermaid Club" sollten nur Manager erwünscht sein, das "Running Sushi" wäre hingegen ausschließlich für Frauen da. Bloß im Kasino und im Swingerclub sind alle willkommen. (lei, DER STANDARD, Print-Ausgabe 18. 5. 2001)

Die Entwürfe sind in Graz, Jakoministr. 16 zu sehen
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