"Haie" lesen kurze News - "Pferde" in der Überzahl

18. Mai 2001, 17:16
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Resumée der Print-Akademie des VÖZ

Wien - "Wer Erfolg haben will, muss auffallen", formuliert die deutsche Unternehmensberaterin Katja Weingartz als Maxime eines Symposiums der vom Zeitungsverband (VÖZ) organisierten Print Akademie. Und liefert mit einer ungewohnten Kundentypologie nach Tieren den Schlüssel zum Erfolg gleich mit.

Die von der Marketingexpertin präsentierten Kundentypen - "Hai, Eule, Giraffe und Pferd" - gehen auf die unterschiedliche Ausprägung der Gehirnhälften zurück. Eule und Hai seien rationaler (linke Gehirnhälfte), Giraffe und Pferd emotionaler (rechte Gehirnhälfte). Erfolgreiche Kommunikation müsse auf diese Typen abgestimmt werden.

Auch beim Zeitunglesen seien die Unterschiede erkennbar: Der wettbewerbsorientierte "Macher" Hai bevorzugt eine prestigeorientierte Aufmachung, prägnante Überschriften und Kurzmitteilungen. Der analytische "Kontrollfreak" Eule interessiert sich indes für Hintergründe und eine seriöse Aufmachung mit guter Struktur. Der visionären Giraffe attestiert Weingartz "Weitblick", der sich im Interesse für Trends und eine flippige Aufmachung äußert. Für das harmoniesüchtige Pferd schließlich stehen Gefühle und Soziales an erster Stelle; oberster Anspruch sind hier eine bildreiche Aufmachung und eine blumige Sprache.

Durch umfangreiche Untersuchungen kommt Weingartz zu dem Ergebnis: Bei 80 Prozent der deutschen Bevölkerung handle es sich um "Pferde". Was auch für Österreich gelte. Fürs Marketing bedeutet das: "Emotionalität darf wieder gezeigt werden", der Kunde müsse als Freund betrachtet werden. (jed/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18. Mai 2001)

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