Ost-Abfälle als Milliardenmarkt

17. Mai 2001, 19:13
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Österreichisches Know-how gefragt

Wien - Die Anpassung der Umweltstandards der zwölf EU-Beitrittskandidaten könnte für österreichische Firmen zu einem lukrativen Geschäft werden. Experten schätzen die Investitionskosten für die Adaptierung an den so genannten Umweltacquis der EU auf etwa 120 Mrd. Euro (1651 Mrd. S). Zehn bis zwanzig Prozent davon werden auf den Bereich Abfallwirtschaft entfallen.

20 Jahre voraus

"Die Staaten der EU sind uns in Umweltfragen um gute zwanzig Jahre voraus", sagte Ruta Bendere, Vizepräsidentin des lettischen Abfallmanagement-Verbandes, bei der von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (Ögut) veranstalteten "Biowaste-Conference". Österreich sei bei Technologien und Systemen zur Behandlung von Bioabfall Vorreiter in Europa, sagte der Ögut-Umweltexperte Gerhard Bayer. Dieses Know-how könnten heimische Firmen bei der Nachrüstung bestehender oder bei der Errichtung neuer Anlagen einsetzen und damit eine wichtige Rolle auf diesem Milliardenmarkt spielen.

Die Frage der Umweltstandards sei einer der Hauptpunkte in den Beitrittsverhandlungen. Die westeuropäischen Staaten würden bei zu langen Übergangsfristen Wettbewerbsverzerrungen durch Umwelt-Dumping befürchten. Die EU könne allerdings maximal zehn Prozent der gesamten Investitionskosten bezahlen, den Rest müssten die Länder selbst aufbringen, sagte Bayer. (zwi/DER STANDARD/Printausgabe 18.5.2001)

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