Chinesen mögen Klestil

17. Mai 2001, 18:55
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Wirtschaftskammer erhofft Exportrekord

Peking - Praktisch über Nacht hat sich das Auftragsvolumen österreichischer Firmen, die Bundespräsident Thomas Klestil bei seinem Arbeitsbesuch in China begleiten, auf insgesamt 5,2 Mrd. S (380 Mio. EURO) erhöht. Freudig verkündete Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl anlässlich der Eröffnung des chinesisch-österreichischen Wirtschaftstages am Donnerstag in Peking, dass es "in letzter Sekunde" gelungen sei, einen Auftrag für die österreichische Extrusionstechnikfirma Greiner in der Höhe von 800 Mio. S an Land zu ziehen. Zu verdanken habe man die Auftragsunterzeichnung dem Engagement des Bundespräsidenten, die "chinesische Sympathie für Klestil" übertrage sich auf wirtschaftliche Projekte.

Weitere rund 400 österreichisch-chinesische Projekte mit einem Gesamtvolumen von 7,85 Mrd. S seien in Vorbereitung, sagte Leitl. Österreich werde heuer einen Exportrekord von mehr als 1000 Mrd. S erreichen. Obwohl die wirtschaftlichen Beziehungen mit China derzeit noch "eine Marginalie" seien - der Handel beträgt weniger als ein Prozent des österreichischen Außenhandelsvolumens -, könnte "ein Boom entstehen", so der Wirtschaftskammerpräsident. Schließlich werde China ab 2020 die größte Volkswirtschaft der Welt sein. Klein- und Mittelbetriebe könnten besonders auf dem Gebiet der technischen Innovation reüssieren.

Auch Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, der Bundespräsident Klestil begleitet, schlug am Donnerstag in diese Kerbe: Vor allem im Infrastrukturbereich und bei der Umwelttechnologie gebe es großen Bedarf an österreichischen Investitionen in China. (Gerhard Plott, DER STANDARD, Printausgabe 18.5.2001)

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