"Braunes Süppchen", warm gehalten

17. Mai 2001, 21:34
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Salzburgs Landtagspräsident Helmut Schreiner ist empört

Salzburg - "Eine irrsinnige Sauerei", empört sich Salzburgs Landtagspräsident Helmut Schreiner (VP). Grund der Aufregung: Der SP-Landtagsabgeordnete David Brenner hatte Schreiner am Donnerstag eine Nähe zu revisionistisch-rechtsextremen Geschichtsauffassungen unterstellt. Schreiner helfe ein "braunes Süppchen warm zu halten".

Anlass für die Kritik von SPÖ wie auch von KPÖ und KZ-Verband ist ein für Montagabend geplanter Vortrag des in England lebenden russischen Emigranten Wiktor Suworow an der Uni Salzburg. Veranstalter des Abends zum Thema "Russlandfeldzug" ist der Verein Wehrgeschichtliches Museum, dessen Präsident Schreiner ist. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Kameradschaftsbund - Obmann: ÖVP-Gemeinderat Johann Wirrer - und der Offiziersgesellschaft.

Tatsächlich handelt es sich nach Angaben des Historikers Albert Lichtblau bei Suworow um einen Autor "außerhalb jeglichen wissenschaftlichen Diskurses", der die These vertrete, der Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion wäre präventiv erfolgt, um einem von Stalin geplanten Überfall zuvorzukommen. Entsprechenden Anklang fände der ehemalige KGB-Agent in Neonazikreisen.

Schreiner steht zu seiner Veranstaltung: Es gelte "Gedanken- und Redefreiheit", allerdings denke niemand daran, "die Kriegsschuldfrage neu zu stellen". (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18. 5. 2001, neu)

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