Aids: Täglich rund 15.000 Neu- Infizierungen

18. Mai 2001, 09:48
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Jeder Dritte Infizierte ist 15 bis 24 Jahre alt

Genf - UN-Generalsekretär Kofi Annan hat seine jüngsten Appelle zur Bekämpfung der Immunschwäche Aids bekräftigt und auch ein weltweites Vorgehen gegen Tuberkulose und Malaria verlangt. "Die verheerenden Folgen von Aids sind so akut, dass sie zu einem der Haupthinderungsgründe für Entwicklung geworden sind", sagte Annan auf der Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf. "Wir müssen den mit HIV Infizierten Hoffnung geben und sie in die Lage versetzen, sich auf das Leben statt auf den Tod vorzubereiten."

Jeder Dritte Infizierte ist 15 bis 24 Jahre alt

Die UN-Generalversammlung will Ende Juni in New York nach Wegen suchen, wie die sich rasch ausbreitende Aids-Epidemie gestoppt werden kann. Knapp jeder Dritte der weltweit rund 35 Millionen Aids-Infizierten ist 15 bis 24 Jahre alt. In acht afrikanischen Ländern ist bereits jeder sechste Erwachsene HIV-positiv. Jeden Tag infizieren sich weltweit rund 15.000 Menschen. Aus Sicht von internationalen Aids-Experten sowie des Hilfsprogrammes der Vereinten Nationen gegen Aids (UNAIDS) sind über einen Zeitraum von zehn Jahren pro Jahr mindestens sieben bis zehn Milliarden Dollar notwendig, um die die Aids-Epidemie einzudämmen.

HIV-Therapie wird immer besser

Die HIV-Therapie wird immer effektiver. Darauf haben Wissenschafter der Universität Würzburg hingewiesen. Eine Grundlage dafür sei ein in Würzburg entwickeltes so genanntes "therapeutisches Drug-Monitoring". Dabei könne man die Konzentration der HIV-Therapeutika im Blut messen und so die genaue Medikamentenkombination und -dosierung für den Patienten berechnen. Die verbesserte HIV-Therapie habe dazu geführt, dass im Vergleich zu Mitte der neunziger Jahre die Aids-Sterberate und die Anzahl der Aids-Neuerkrankungen um über die Hälfte zurückgegangen ist. HIV-Patienten sind grundsätzlich auf einen hoch dosierten Medikamentencocktail angewiesen. Nach Angaben der Experten sind in Deutschland mittlerweile 15 Substanzen zur Behandlung der Infektion zugelassen.

Einrichtung eines globalen Fonds gegen HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria

Er verwies darauf, dass es zur Einrichtung eines globalen Fonds für die Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria kommen müsse. Ausdrücklich begrüßte er die Bereitschaft von US-Präsident George W. Bush, einen Aids-Fonds mit 227 Mill. Euro (3,12 Mrd. S) zu unterstützen. Benötigt werden nach Annas Schätzungen 11,34 Mrd. Euro(156 Mrd. S), die von reichen Ländern und privaten Stiftern aufgebracht werden sollten.

WHO hat sich noch auf keine gemeinsame Aids Resolution geeinigt

Die Vertreter der 191 Mitgliedsstaaten der WHO haben sich während ihrer neuntägigen Jahresversammlung bislang nicht auf eine gemeinsame Aids-Resolution einigen können. Es sei eine Schande, dass die WHO keine Position vor der in knapp einem Monat beginnenden UN- Generalversammlung zu dem Thema beziehe, sagte der Koordinator des brasilianischen Aids-Programmes Paolo Teixeira. Zu viele Menschen stürben weiter an der Immunschwächekrankheit und er hoffe deshalb auf ein klares Statement.

Anti-Aids-Fonds in Vereinte Nationen

Gegen den Widerstand von Drittweltstaaten plädiert Brasilien unter anderem dafür, den Anti-Aids-Fonds im Sekretariat der Vereinten Nationen anzusiedeln. Außerdem soll eine weltweite Lösung gefunden werden, um unterschiedliche Preise für Medikamente je nach wirtschaftlicher Situation des betreffenden Landes festzulegen. Mehrere Länder kritisierten, dass in dem brasilianischen Vorschlag die Aids-Vorbeugung zu kurz komme. (APA/dpa)

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