Neue Zusammenstöße in Südserbien

17. Mai 2001, 19:04
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Zivilisten verlassen Nordmazedonien

Belgrad/Skopje - Mehr als 1.500 Zivilisten sind einem Aufruf der mazedonischen Behörden gefolgt und haben ihre Heimatorte in der Krisenregion nördlich von Kumanovo verlassen. Laut Belgrader Medien, die sich auf mazedonische Polizeikreise beriefen, verließen die Zivilisten ihre Dörfer in Richtung Lipkovo und Kumanovo wenige Stunden vor dem Ablauf des jüngsten Ultimatums an die albanischen Rebellen.

Die Evakuierung der Zivilbevölkerung wurde vom UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) organisiert und verlief unter Polizeischutz. Der mazedonische Präsident Boris Trajkovski erklärte nach dem Ablauf des Ultimatums, die Feuereinstellung habe "konkrete Ergebnisse" gebracht.

Jugoslawischer Offizier getötet

Albanische Rebellen und jugoslawische Sicherheitskräfte haben sich am Donnerstag ungeachtet eines Truppenrückzugs neue Feuergefechte geliefert. Dabei sei ein Offizier der jugoslawischen Armee getötet worden, hieß es aus Armeekreisen. Vier Soldaten seien bei den Schießereien auf dem südserbischen Berg Sveti Ilija, sechs Kilometer nördlich von Vranje, verletzt worden. Die albanische Rebellenorganisation UCPMB berichtete unterdessen, es habe bei Medvedja heftige Schießereien mit serbischen Einheiten gegeben. Ein Rebellensprecher sagte in einem Telefoninterview, acht Kämpfer seien verletzt, darunter auch der örtlichen Anführer der Region um Medvedja. In dem südserbischen Krisengebiet entlang und in der Pufferzone zum Kosovo lief zugleich ein Truppenanzug beider Parteien aus der umkämpften Ortschaft Lucani

Die mazedonische Tageszeitung "Dnevnik" berichtete am Donnerstag, dass Führer der albanischen Parteien sowie ihre Abgeordneten im Parlament in den letzten Monaten wiederholt Morddrohungen erhalten hätten. Besonders häufig seien diese Drohungen gegen den Chef der Demokratischen Partei der Albaner, Arben Xhaferi, seinen Vize Menduh Thaci sowie den Leiter der Partei der Demokratischen Prosperität, Imer Imeri, gerichtet gewesen sein. Albanische Politiker haben den Zeitungsbericht bisher nicht kommentiert, auch die Polizei bestätigte ihn nicht. (APA)

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