China kritisiert Japans neue Regierung für Umgang mit Geschichte

17. Mai 2001, 16:06
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Spannungen auch zwischen Japan und Südkorea vor Fußball-WM

Peking - China hat Japans neue Regierung am Donnerstag für ihren Umgang mit der Geschichte des Landes kritisiert. Chinesische Medien berichteten, China sei enttäuscht über die gleichgültige Haltung des neuen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi zu Japans Kriegsgräuel im 20. Jahrhundert. Auslöser der Empörung war Koizumis geplanter Besuch einer Gedenkstätte für japanische Kriegshelden und seine Weigerung, Schulbücher mit umstrittenen Passagen aus dem Verkehr zu ziehen. Vergangene Woche hatte auch Südkorea Japan aufgefordert, die Geschichtsbücher erneut zu überarbeiten.

Die japanische Regierung hatte versichert, das Schulbuch sei nicht repräsentativ für Japans offizielle Auffassung der Geschichte. Er nehme zwar die Kritik der asiatischen Länder ernst, sei jedoch nicht bereit, den Druck der Bücher zu stoppen. sagte Koizumi in der vergangenen Woche.

China und Südkorea kritisieren, das Geschichtsbuch erwähne Japans Vergehen in den beiden Weltkriegen nur am Rande und beschreibe unter anderem Japans Besetzung der chinesischen Mandschurei von 1931 bis 1945 nur lückenhaft. "Wir sollten diese Angelegenheit bereinigen, damit die Weltmeisterschaft ein Erfolg wird", sagte der südkoreanische Botschafter Choi Sang Ryong mit Hinweis auf die gemeinsame Austragung der Fußball-WM im Jahr 2002. Die WM wird in Japan und Südkorea veranstaltet.

Die Misstöne spiegeln Experten zufolge eine unzureichende Vergangenheitsbewältigung der asiatischen Länder wider. Die Spannungen innerhalb Asiens würden häufig von dem schwierigen Verhältnis Chinas zu den USA überschattet. In der nächsten Woche reist Japans neue Außenministerin Makiko Tanaka erstmals nach Peking. Koizumi ist seit vergangenem Monat im Amt. (APA/Reuters)

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