BWA-Direktor Goldmann beharrt auf weisungsunabhängige Allfinanzaufsicht

17. Mai 2001, 17:18
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Weisungsabhängigkeit für Investoren ein "Mangel"

Wien - Die Weisungsfreiheit ist in den Augen der Bundeswertpapieraufsicht (BWA) eine "ganz wesentliche Voraussetzung" für eine Finanzmarktaufsicht. Dieses auch von internationalen Institutionen geforderte Freiheit sei allerdings nur ein Element der Unabhängigkeit einer geplanten Allfinanzaufsicht. Eine fehlende Weisungsfreiheit sei aus Sicht der Investoren "sicher ein Mangel", sagte BWA-Direktor Thomas Goldmann am Donnerstag.

Rein rechtlich gebe es aber keine Verpflichtung dafür, etwa durch eine EU-Richtlinie. In Deutschland etwa plane der Finanzminister eine weisungsabhängige Aufsicht mit einer Person an der Spitze.

Goldmann steht Allinanzaufsicht "positiv" gegenüber

Die Frage, ob er als Vorstand einer Allfinanzaufsicht zur Verfügung stehen werde, könne er nicht beantworten, bevor er den Wortlaut des Gesetzes kenne, sagte Goldmann. Die Weisungsfreiheit sei für ihn aber ein wesentliches Kriterium. Generall stehe er einer Allinanzaufsicht "sehr positiv" gegenüber, sagte Goldmann. Die BWA habe daher auch an allen Gesetzesarbeiten und Analysen mitgewirkt. In Einzelfragen habe die Wertpapieraufsicht aber durchaus auch Kritik geäußert.

Goldmann verweis am Donnerstag auf die vergleichsweise günstigen Kostenstrukturen der Wertpapieraufsicht innerhalb einer Allfinanz-Aufsicht: Laut einer Berechnung der FGG im Auftrag des Finanzministeriums beliefen sich die Gesamtkosten für diese Aufsicht auf 271,5 Mill. S, auf die Wertpapieraufsicht würden dabei knapp 17 Prozent entfallen. Die durchschnittlichen Kosten für jeden der 162 projektierten Mitarbeiter wurden auf 1,7 Mill. S jährlich veranschlagt. Für die Wertpapieraufsicht liegen sie mit 1,4 Mill. S um rund 17 Prozent darunter, so Goldmann. (APA)

Weisungsabhängige Allfinanzaufsicht für Investoren ein "Mangel"
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