Karadzic und Mladic in Republika Srpska

17. Mai 2001, 15:33
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Tribunal: Zwölf von 26 angeklagten Kriegsverbrechern sollen sich in Jugoslawien aufhalten

Belgrad - In Jugoslawien halten sich nach Angaben des UNO-Tribunals für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien zwölf von 26 Personen auf, deren Namen auf den bisher veröffentlichten Anklagen stehen. Die einstigen Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic und Ratko Mladic, werden nach Angaben von Tribunalssprecherin indes in der bosnischen Republika Srpska vermutet. Das erklärte Sprecherin Florance Hartmann gegenüber der jugoslawischen Presseagentur Tanjug.

Neben dem früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic wird vom Tribunal auch die Überstellung des aktuellen serbischen Präsidenten Milan Milutinovic sowie des einstigen Generalstabschef Dragoljub Ojdanic, dem früheren jugoslawischen Vizeministerpräsidenten Nikola Sainovic und dem einstigen serbischen Innenminister Vlajko Stojilkovic gefordert. Als jugoslawischer Staatsbürger wird auch der einstige Führer der Krajina-Serben, Milan Martic, bezeichnet. Gefordert wird auch die Überstellung von drei jugoslawischen Offizieren, Mile Mrksic, Miroslav Radic und Veselin Sljivancanin, die sich im Herbst 1991 des Massakers von rund 260 Kroaten bei Vukovar schuldig gemacht hatten.

Seitens der Behörden auf dem Gebiet Ex-Jugoslawiens wurden bisher nur sechs Personen von veröffentlichten Anklagen festgenommen - drei in Kroatien, zwei in Bosnien (moslemisch-kroatisches Landesteil) und eine in Jugoslawien. Seitens der Behörden im bosnisch-serbischen Landesteil waren gar keine Festnahmen vorgenommen worden.

Auf Grund von nicht veröffentlichten Tribunalsanklagen sind insgesamt 13 Personen festgenommen worden, dabei neun seitens der internationalen Truppen SFOR in Bosnien, je eine Person in Kroatien, Jugoslawien und Österreich (Momir Talic). Die frühere bosnisch-serbische Präsidentin Biljana Plavsic wurde über die Existenz der Geheimanklage gegen sie unterrichtet. Sie entschloss sich, sich selbst dem Tribunal zu stellen. (APA)

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