Forza Italia hat mehr Sitze als Kandidaten

17. Mai 2001, 15:04
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Berlusconis Partei ruft Gericht an - Es geht um 14 Mandate

Rom - Der Partei des italienischen Wahlsiegers Silvio Berlusconi droht der Verlust von 14 Sitzen in der Abgeordnetenkammer. Die Forza Italia rief zur Klärung der auf Grund des komplizierten Wahlverfahrens entstandenen Lage das höchste zuständige Gericht an. Ihre absolute Mehrheit ist von dem Vorgang allerdings nicht gefährdet. Wie Forza-Italia-Sprecherin Manuela Bravi am Donnerstag mitteilte, könnte ihre Partei in gewisser Hinsicht Opfer ihres eigenen Erfolgs werden: Ihre Kandidaten gewannen so viele Direktmandate, dass nicht mehr genug Mitglieder für die Besetzung der über Listenwahl vergebenen Sitze zur Verfügung stehen. Wie diese 14 Sitze nun besetzt werden sollen, sei noch unklar, sagte sie.

Drei Viertel der 630 Mandate für die Abgeordnetenkammer wurden nach dem Mehrheits,- ein Viertel nach dem Verhältniswahlsystem verteilt. Bei der Listenwahl musste eine Vier-Prozent-Hürde übersprungen werden, was von Berlusconis Verbündeten nur der Nationalen Allianz gelang. Mit den fraglichen 14 Sitzen hat Berlusconis Bündnis 368, ohne sie 354 Sitze. Für die Mehrheit werden 316 Stimmen benötigt.

Berlusconi beriet unterdessen mit seinen engsten Vertrauten über die Zusammensetzung seines Kabinetts. Seine Wahl zum Ministerpräsidenten der 59. Nachkriegsregierung Italiens gilt nach dem Ergebnis der Wahl vom Sonntag als sicher, da er in beiden Parlamentskammern die absolute Mehrheit erhielt. (APA/AP)

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