"Das Sprechen über Sexualität lernen"

17. Mai 2001, 14:57
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Modell "LoveTalks" in Salzburger Kindergärten eingeführt

Salzburg - Das sexualpädagogische Modell "LoveTalks" - das Zusammenwirken von Eltern, Kindern und Lehrern im Bereich der Sexualpädagogik - wird erstmals in Österreich in drei Kindergärten in Salzburg (in Ebenau, Puch und Anif) eingeführt. Nach dem Motto "Miteinander reden, voneinander lernen" sei dies ein beispielhaftes Modell für eine partnerschaftliche Umgangsform und die Überwindung der Sprachlosigkeit auf dem Gebiet der Sexualerziehung und der Prävention gegen sexuelle Gewalt an Kindern, betonte die für die Kindergärten ressortzuständige Salzburger LR Maria Haidinger (V) am Donnerstag bei einem Pressegespräch.

Das Österreichische Institut für Familienforschung (ÖIF) hat im Verlauf der vergangenen 15 Jahre für den Schulbereich entwickelt und erprobt sowie österreichweit eingeführt. Dieses Modell schafft auf dem sensiblen Gebiet der Sexualerziehung und der Prävention gegen sexuelle Gewalt an Kindern die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Die LoveTalks wurden ursprünglich für die Unter- und Oberstufen entwickelt. Auf Grund der starken Nachfrage von Volksschulen wurde das Modell vor einigen Jahren auf diese Schulen ausgeweitet.

Prävention gegen sexuelle Gewalt

Die Auswahl der Pilotkindergärten Ebenau, Puch und Anif wurde nach Kategorien wie städtischer/ländlicher Bereich, Größe des Kindergartens, etc. vorgenommen. Das Konzept für die Umsetzung des Modells im Kindergartenbereich sieht die Beibehaltung der Grundstruktur nach drei aufeinander folgenden Schritten vor: So sollen die beteiligten Dialoggruppen zur Teilnahme am Modell LoveTalks eingeladen werden. In Arbeitskreistreffen werden Themen bedürfnisorientiert besprochen und miteinander ein sexualpädagogisches Projekt für den Kindergarten erarbeitet. Dieses wird in einem dritten Schritt mit allen Kindern der ausgewählten "Projektgruppen" durchgeführt.

Ziele des Modells sind: Prävention von sexueller Gewalt an Kindern; Eltern und KindergartenpädagogInnen bei der Sexualerziehung zu unterstützen; das Sprechen über Sexualität erlernen; Wege und Möglichkeiten einer Sexualerziehung im Kindergarten aufzuzeigen sowie Wege für die gemeinsame Bewältigung von Konflikten aufzuzeigen. (APA)

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