ATTAC Österreich wählt seine Gremien

17. Mai 2001, 14:34
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Finanzmarktkritiker laden zur Gründungsversammlung

Wien - Rasant gewachsen ist im vergangenen halben Jahr ATTAC Österreich, der heimische Ableger eines internationalen Netzwerkes zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte. Die mittlerweile 1.500 Unterstützer zählende Organisation, die u.a. auf die Einführung einer Steuer auf Devisentransaktionen eintritt, hält am kommenden Wochenende in Molln ihre konstituierende Generalversammlung ab. Die kleine Marktgemeinde im südlichen Oberösterreich ist die erste (und bisher auch letzte) Unterstützergemeinde des Netzwerks.

Geplant ist neben der Wahl der Vereinsgremien eine Publikumsveranstaltung am Samstag, für die Referenten aus dem akademischen Bereich sowie aus der Ökobewegung erwartet werden.

Die international abgestimmten Kernforderungen von ATTAC lauten: Einführung einer Devisentransaktionssteuer (Tobin-Steuer), Schließung aller Steueroasen, Entschuldung der armen Länder und Beibehaltung der öffentlichen Pensionssysteme (Nichtprivatisierung). Die österreichische Teilorganisation fordert darüber hinaus u.a. die Demokratisierung von Weltwährungsfonds, Weltbank und Welthandelsorganisation sowie die gleich hohe Besteuerung von Einkommen aus Arbeit und Kapital und eine Ökologisierung des Steuersystems.

ATTAC Österreich zählt mittlerweile 400 zahlende Mitglieder und etwa 1.500 Unterstützer in etwa einem Dutzend regionalen Gruppen. Die Gruppe plant u.a. eine Gegenveranstaltung zum Ende Juni in Salzburg stattfindenden Weltwirtschaftsforum. International ist das vor weniger als drei Jahren in Frankreich gegründete Netzwerk bereits in 30 Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Europas aktiv. Die Gruppe trat u.a. als Mitveranstalter des Weltsozialforums im brasilianischen Porto Alegre im vergangenen Jänner auf. (APA)

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