OeNB kämpft um Reservepolster

17. Mai 2001, 14:33
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Finanzminister sollte nicht darauf zugreifen können

Wien - "Sehr klein" ist laut Notenbank-Gouverneur Klaus Liebscher der Spielraum für eine Verkürzung der österreichischen Währungsreserven selbst nach der Euro-Bargeldeinführung 2002. Nach Worten von Notenbankpräsident Adolf Wala benötigen die nationalen Zentralbanken im Eurosystem Reserven für die Geldpolitik auch in einem volatileren Marktumfeld.

Mit rund 18,5 Mrd. Euro (255 Mrd. S) bezifferte Liebscher bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag die Währungsreserven der OeNB. Für Wala und Liebscher ist es aus Sicht eines Finanzministers "normal", dass eine Regierung auf Reserven der Notenbank zurückgreifen wolle. Die Rechtsmeinung der OeNB werde sich trotz laufender Diskussionen aber auch im nächsten Jahr nicht ändern.

Im Eurosystem könne die OeNB nur mehr im Rahmen des ESZB über die Währungsreserven verfügen, wurde abermas unterstrichen. Liebscher betrachtet die Reservedebatte als ein "sehr Österreich-bezogenes" Thema. In anderen Ländern würde zumindest nicht in aller Öffentlichkeit darüber diskutiert. (APA)

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