UN-Kommission senkt erneut Wirtschaftsprognose

17. Mai 2001, 14:19

Santiago - Die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) hat zum zweiten Mal die Wachstumsprognose für die Region nach unter korrigiert. Die im chilenischen Santiago angesiedelte CEPAL erwartet für dieses Jahr nur noch ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von drei Prozent.

Schon am 22. März hatte der CEPAL-Direktor Jose Antonio Ocampo gewarnt, dass die ursprüngliche Wachstumsprognose von 3,8 Prozent für dieses Jahr nicht mehr zu erreichen sei und ging von "3,5 Prozent oder weniger" aus. Am Dienstag (15. Mai) senkte er die Voraussage ein zweites Mal. Die korrigierten Daten veröffentlichte CEPAL auf seiner Website www.cepal.org unter 'Perspectivas latinoamericanas 2001'.

Am schwersten trifft es nach den CEPAL-Schätzungen Mexiko, dessen Wirtschaftswachstum von 6,9 Prozent im Vorjahr auf drei Prozent zurückgehen soll. Düster sieht es aber auch für Peru aus, das von 3,6 Prozent Wachstum im Vorjahr auf 0,5 Prozent in diesem Jahr abstürzen soll.

Zentralamerika wird vermutlich bei rund 3,3 Prozent liegen, während Brasilien zum Wirtschaftsmotor aufsteigt. Das größte und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas wird lediglich einen leichten Rückgang des Wachstums von 4,2 auf 3,9 Prozent erleben, schätzt CEPAL.

Mit dem nun erwarteten Wachstum liegt Lateinamerika um ein volles Prozent hinter dem Ergebnis des letzten Jahres. Als Ursache für den Rückgang sieht CEPAL die Abkühlung des Wirtschaftsbooms in den USA. Erst für 2002 erwartet die Kommission eine Verbesserung und die Rückkehr zu durchschnittlich vier Prozent Wachstum in Lateinamerika und der Karibik. (IPS)

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