Kritik an George Bush: Höhere Preise, mehr Umweltverschmutzung

18. Mai 2001, 19:25
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Demokraten zerlegen den Energieplan des Präsidenten

Die Reaktionen auf den Energieplan, den US-Präsident George W. Bush am Donnerstag vorgestellt hat, differerieren, wie erwartet, entlang der Parteilinien: Während die meisten Republikaner sich positiv äußerten, warfen die Demokraten Bush vor, er habe die existierenden Energieprobleme, besonders die zu hohen Preise für Konsumenten, zugunsten von Vorschlägen vernachlässigt, die letztlich nur der Ölindustrie zugute kämen. Der demokratische Fraktionsführer im US-Repräsentantenhaus, Dick Gephardt, verglich die Bush-Vorschläge mit dem "jährlichen Geschäftsbericht von Exxon-Mobil" und forderte die Regierung auf, der Preistreiberei ein Ende zu machen.

Gray Davis, der demokratische Gouverneur des von der Energiekrise am stärksten betroffenen Staates, Kalifornien, beschuldigte die Regierung, den Problemen gegenüber blind zu sein. Er fordert vehement eine staatliche Begrenzung der Höchstpreise, die Energiegroßhändler verlangen dürfen. Als "Einladung zur Katastrophe" bezeichnete auch der Leiter des Instituts für Nuklearkontrolle, Paul Leventhal, die Pläne der Regierung, abgebrannte Atombrennstäbe wieder aufzubereiten. Umweltschützer protestieren gegen die vorgeschlagenen Ölbohrungen in Alaska: Der Bush-Plan sei geradezu ein Rezept für höhere Energiepreise und mehr Umweltverschmutzung.


Als unzureichend für den Kampf gegen eine weitere Erderwärmung hat die EU-Kommission das neue energiepolitische Konzept kritisiert. Es gebe Teile des Konzepts, die sehr enttäuschend seien, sagte ein EU-Kommissionssprecher am Freitag in Brüssel. Bush setze zu sehr auf die Energieproduktion und zu wenig auf Energiesparen. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 19. 5. 2001)

Korrespondentin Susi Schneider aus New York
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