FPÖ-Kärnten schießt sich auf SP-Sozialreferentin ein

17. Mai 2001, 14:00
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Schaunig-Kandut weist Vorwürfe zurück

Klagenfurt - Die Kärntner SP-Sozialreferentin Gabriele Schaunig-Kandut sieht sich mit schwersten Angriffen durch die FPÖ konfrontiert. Der freiheitliche Landeshauptmann-Stellvertreter und Finanzreferent Karl Pfeifenberger beschuldigte sie am Donnerstag, verantwortungslos mit Steuergeldern umzugehen und bereits zugesagte Mittel für Pflegeheime "aus parteipolitischer Willkür" umzuschichten. Die FPÖ will jetzt den Landesrechnungshof einschalten, um einen möglichen Amtsmissbrauch der SP-landesrätin zu überprüfen.

Pfeifenberger äußerte in einer Pressekonferenz den Verdacht, dass Schaunig-Kandut "Missbrauch auf dem Rücken der Pflegebedürftigen" betreibe. Er bezog sich damit auf den Umstand, dass sie in ihrem Referat in den ersten drei Monaten des Jahres um rund 100 Millionen Schilling an bereits zugewiesenen Mitteln weniger ausgegeben hätte. Dadurch werde die gesamte Regierung in ein schiefes Licht gerückt, weshalb man in dieser Causa den Rechnungshof einschalten werde. Dieser solle das gesamte Referat der SP-Politikerin durchleuchten.

Schaunig-Kandut weist Vorwürfe zurück

Die von der FPÖ heftig attackierte Kärntner Sozial-Landesrätin Gabriele Schaunig-Kandut (S) hat am Donnerstag alle Vorwürfe zurückgewiesen und gleichzeitig ihr Finanzierungsmodell für die Errichtung sowie Adaptierung von Pflegeheimen präsentiert. "Das bisherige Modell wurde von FPÖ und ÖVP zerschlagen", argumentierte sie vor Journalisten. Das Konzept der SP-Politikerin sieht eine Darlehensfinanzierung von maximal 80 Prozent des Gesamtbauvorhabens bei einer Verzinsung von 0,5 Prozent und einer Laufzeit von 30 Jahren vor.

Schaunig-Kandut regte an, dass das Land aus den nicht verbrauchten Mitteln der Wohnbauförderung in den kommenden drei Jahren je 200 Millionen Schilling zur Verfügung stellen solle. "Damit könnten alle anstehenden Bauvorhaben umgesetzt werden, was nicht nur die Pflege-Situation dramatisch verbessern würde, sondern auch neue Impulse für die Bauwirtschaft brächte, die derzeit unter dem Kaputtsparen der Bundesregierung leidet", sagte die Landesrätin. (APA)

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