Forschungsquote bleibt mit 1,83 Prozent hinter Erwartungen

18. Mai 2001, 09:44
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Regierungsziele deutlich verfehlt

Wien - Die Österreichische Forschungsquote bleibt in diesem Jahr hinter den Erwartungen bzw. den politischen Zielsetzungen zurück. Nach der am Donnerstag von Statistik Austria veröffentlichten Schätzung der Ausgaben für Forschung und experimentelle Entwicklung (F&E) werden heuer voraussichtlich 54 Mrd. S (3,9 Mrd. Euro) für F&E aufgewendet. Das sind gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 1,83 Prozent - also noch deutlich unter dem von der Regierung angepeilten Ziel, im kommenden Jahr 2,0 und 2005 2,5 Prozent zu erreichen.

Gegenüber dem Vorjahr ist die Gesamtsumme der Forschungsausgaben um 6,4 Prozent gestiegen. Die damit erreichte Forschungsquote von 1,83 ist höher als jene des Jahres 2000 mit 1,79, liegt aber nicht über jener des Jahres 1999, als ebenfalls bereits 1,83 Prozent erzielt wurden.

Von den gesamten F&E-Ausgaben werden 21,8 Mrd. S (40,3 Prozent) von der öffentlichen Hand getragen, 21,6 Mrd. S (40,1 Prozent) von der Wirtschaft, 10,4 Mrd. S (19,3 Prozent) vom Ausland (z.B. Rückflüsse aus EU-Forschungsprogrammen) und 185 Mill. S (0,4 Prozent) vom privaten gemeinnützigen Sektor. Zu den Ausgaben der öffentlichen Hand steuert der Bund 18,4 Mrd. S (34,1 Prozent) bei, die Bundesländer 3,1 Mrd. S (5,7 Prozent) und andere öffentliche Finanzierungsquellen 250 Mill. S (0,5 Prozent). Bei der Schätzung der Forschungsausgaben des Bundes hat die Statistik Austria von den F&E-Sondermitteln der Bundesregierung für die laufende Legislaturperiode in Höhe von sieben Mrd. S nur jene zwei Mrd. S berücksichtigt, die heuer der Forschung zufließen sollen.

Nach Angaben der Statistik Austria wuchsen die Forschungsausgaben - trotz einer sehr deutlichen Verlangsamung des Wachstums Ende der neunziger Jahre - um vieles rascher als das BIP, das nominell von 2000 auf 2001 um 3,8 Prozent (Forschungsausgaben plus 6,4 Prozent) anstieg. Die Ausgaben des Bundes lagen mit 18,4 Mrd. S um 12,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Betrachtet man den Zeitraum seit 1993, zeigt sich, dass der Finanzierungsanteil der öffentlichen Hand mit einem Gesamtzuwachs von 43 Prozent deutlich vor dem der Wirtschaft mit einem Plus von 39,3 Prozent liegt.

Die durchschnittliche Wachstumsrate der F&E-Ausgaben des öffentlichen Sektors lag zwischen 1989 und 2001 bei 6,7 Prozent und damit deutlich über jener des BIP mit plus 4,7 Prozent. Die durchschnittliche Wachstumsrate der Wirtschaftsaufwendungen lag dagegen in diesem Zeitraum nur bei 4,9 Prozent.

Im europäischen Vergleich hat Österreich laut Statistik Austria bei der Forschungsquote zum Durchschnitt der EU-Staaten aufgeschlossen. Nach den neuesten Vergleichszahlen für 1998 lag Österreich mit 1,81 Prozent exakt im EU-Durchschnitt. (APA)

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