Türkische Polizei nimmt 42 Mitglieder von prokurdischer Partei fest

17. Mai 2001, 13:16
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Türkische Behörden vermuten Tarnung für PKK-Rebellen

Ankara - Die türkische Polizei hat 42 Mitglieder einer prokurdischen Partei wegen Unterstützung von Rebellen festgenommen. Die Zeitung "Radikal" berichtete am Donnerstag, die Mitglieder der einzigen legalen kurdischen Partei im Land, HADEP, seien am Vortag in der Hauptstadt Ankara in Gewahrsam genommen und verhört worden. Ein Polizeisprecher bestätigte den Bericht und erklärte, die Verdächtigen hätten bei einem Protestmarsch Fahnen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) geschwenkt.

In einer Stellungnahme wies HADEP die Vorwürfe zurück und sprach von einer geplanten Provokation. Nach 15 Jahren Konflikt sei die Haltung der Behörden unerklärlich, hieß es. Die türkische Staatsanwaltschaft wirft der Partei vor, sie sei eine Tarnung der PKK-Rebellen und beantragte beim Verfassungsgericht ein Verbot der HADEP. Drei Vorgängerparteien wurden bereits verboten. Die meisten PKK-Kämpfer haben sich nach der einseitigen Ausrufung des Waffenstillstands 1999 in die Nachbarländer Iran und Irak zurückgezogen. Der Kampf für das Selbstbestimmungsrecht der Kurden forderte seit 1984 mindestens 37.000 Todesopfer. (APA/AP/dpa)

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