Kärnten: Ehemann attackierte seine Frau auf offener Straße

17. Mai 2001, 13:22
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Sieben Tage Krankenhausaufenthalt für die Gattin

Klagenfurt - Wegen vorsätzlicher schwerer Körperverletzung und gefährlicher Drohung stand am Donnerstag ein 37-jähriger Maurer aus Montenegro am Landesgericht Klagenfurt vor Richter Hubertus Hofer. Der Mann soll in Feldkirchen seine Frau auf offener Straße mit Fußtritten so schwer attackiert haben, dass diese schwere Kopfverletzungen davontrug. Es tue ihm leid, gab er zu, aber die Frau treffe eine Teilschuld durch ihr Verhalten. Zur Ladung von Zeugen wurde der Prozess vertagt.

Sieben Tage im Krankenhaus

Laut Anklageschrift habe der Maurer seiner Frau mitten am Hauptplatz in Feldkirchen einen Nasenbeinbruch, eine Jochbeinfraktur, einen Bruch des Oberkiefers und mehrere blutende Wunden zugefügt. Die Frau verbrachte sieben Tage im Krankenhaus. "Das stimmt wohl. Es tut mir auch leid", erklärt der Beschuldigte. In seiner weiteren Verantwortung schildert er, übersetzt von einer Gerichtsdolmetscherin, dass er auf Grund von haltlosen Vorwürfen seiner Frau die Beherrschung verloren habe. Er sei ihr nachgelaufen und habe sie zur Rede stellen wollen. Es sei ihm nicht bewusst gewesen, welch schwere Folgen die Tritte mit dem Schuhabsatz nach sich ziehen würden.

"Wenn er betrunken ist, schlägt er immer zu"

Die beiden Eheleute sind seit zehn Jahren verheiratet und haben drei Kinder. "Er trinkt und spielt Poker. Wenn er betrunken ist, schlägt er immer zu - mit einem Kabel", erklärte die Gattin, die sich nach diesem Gerichtsverfahren scheiden lassen will. "Ich werde dich schlachten", soll sie der Mann bedroht haben. "Bitte lassen Sie meinen Mann aus Österreich ausweisen", flehte die 35-jährige Frau den Richter an. Denn erst wenn sie und die Kinder ohne Angst leben könnten, gäbe das Jugendamt ihr die Kinder wieder zurück. Sie wohnt derzeit im Frauenhaus Villach.

Die Staatsanwältin hielt die Verantwortung des Maurers, indem er versuchte, seiner Frau eine gewisse Mitschuld zu unterstellen, in keiner Weise als geständiges Verhalten und fordert die Einvernahme von Zeugen. Die Verhandlung wurde vertagt. (APA)

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