Ein Wirt, kein Berg, acht Burgenländer

21. Mai 2001, 10:43
posten

Die Pannobile-Winzer verliehen einen Preis und verblüfften das Publikum. Helmut Wiesinger freute sich. Er, Besitzer des "Wirt am Berg" in Wels, wurde nämlich zum "Pannobile-Wirt 2001" gewählt, ...

... das heißt, die acht Golser "Pannobile"-Winzer ehrten ihn als jenen, der sowohl viele Weine ihres Zusammenschlusses anbietet, als auch nicht übermäßig Geld dafür verlangt, als auch eine "Weinpersönlichkeit" ist und darüber hinaus ein Essen anbietet, das den burgenländischen Getränken konveniert. Alles traf zu (außer, dass der "Wirt am Berg" sich wirklich auf einem Berg befindet), weshalb natürlich auch die Golser Winzer eine Menge Grund zur Freude hatten.

Womit sie sich in guter Gesellschaft befinden, denn das, was sie zum festlichen Anlass präsentierten, machte auch dem Publikum Spaß. Vor allem deshalb, weil es so gar nicht dem entsprach, was man über den an sich schwachen 98er-Jahrgang ursprünglich gedacht hatte. Gerade die früh reifenden Sorten wie Pinot Noir, St. Laurent und Zweigelt, die in Gols ja einen nicht geringen Anteil ausmachen, wurden vom Inferno nicht betroffen. So erwiesen sich die Pannobile-Cuvées durch die Bank als fleischig, massiv und verführerisch, die Weine von Paul Achs, Hans Nittnaus, Gerhard Pittnauer und Gernot Heinrich sogar als außerordentlich gut.

Die Blauburgunder waren 1998 wahrscheinlich sogar noch besser als im Hitzejahr 1997, was sich bei Paul Achs - seit 1992 Gradmesser heimischer Leistungen beim Pinot Noir - augenscheinlich nachvollziehen ließ, auch Gerhard Pittnauers Burgunder war exzellent. Wenngleich mit dem wieder heißen Jahrgang 1999 auch burgundermäßig noch ganz schön was kommt, Fassproben von Gernot Heinrich und Hans Nittnaus zeigten, dass die Entscheidung der Golser, auf den eleganten Charme der kapriziösen Sorte zu setzen, richtig war. Weitere tolle Weine: Der zart rauchige Pannobile von Matthias Beck, die wieder äußerst konzentrierte Cuvée "Alte Lagen" 1999 von Gsellmann und Gsellmann, der unglaublich dicht gepackte 2000er St. Laurent von Gernot Heinrich, Matthias Leitners mittlerweile legendärer 98er Syrah, die massive und kantige Heideboden-Cuvée 1999 von Hans Nittnaus und Helmut Renners fruchtiger 98er Syrah.
floh

Share if you care.