Argentinien startet milliardenschweres Umschuldungsprogramm

17. Mai 2001, 12:28
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Auslandsverschuldung beläuft sich auf mehr als 2.270 Milliarden Schilling

Buenos Aires - Zur Vermeidung der Zahlungsunfähigkeit hat Argentinien ein Umschuldungsprogramm im Umfang von bis zu 20 Milliarden Dollar (312 Mrd. S) in Gang gesetzt. Präsident Fernando de la Rua unterzeichnet am Mittwoch (Ortszeit) ein entsprechendes Dekret. Staatliche Auslandsschuldscheine mit einer Fälligkeit bis 2005 sollen den Inhabern auf freiwilliger Basis in Titel mit längerer Laufzeit umgewandelt werden. Damit wird die Schuldenlast auf die Jahre nach 2005 verlagert.

Zu welchem Zinssatz die neuen Papiere ausgegeben werden, entscheide sich erst im Verlauf der Umtauschaktion, betonte Finanzstaatssekretär Daniel Marx. Argentinien muss zur Zeit einen Risikoaufschlag bei der Beschaffung frischen Kapitals in der Höhe von etwa zehn Prozent auf das jeweilige US-Niveau verkraften. Dies dürfte die Umtauschaktion zu einer kostspieligen Angelegenheit machen. Zugleich hofft die Regierung aber auf einen erheblichen Rückgang des Länderrisikos und damit des Zinsniveaus.

Die Auslandsverschuldung des argentinischen Staates beläuft sich auf mehr als 128 Milliarden Dollar (1.963 Mrd. S). Dazu kommen noch etwa 20 Milliarden Dollar (307 Mrd. S) Schulden der Provinzen. Wegen der seit Ende 1998 anhaltenden Rezession blieben die Steuereinnahmen immer wieder hinter den Erwartungen zurück und erhöhten so den Finanzbedarf der Regierung. (APA/dpa)

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