UNESCO-Monatszeitschrift vom Untergang bedroht

17. Mai 2001, 12:06
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"Le Courrier de l'Unesco" Opfer eines Sparplans

Die Publikation der Monatszeitschrift der UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), die voriges Jahr ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert hat, soll im Rahmen eines von Generalsekretär Koichiro Matsuura ausgearbeiteten Sparplans eingestellt werden. "Le Courrier de l'Unesco" wird auf Französisch, Englisch und Spanisch verlegt und in 25 Sprachen übersetzt. Die Absetzung der Publikation steht auf der Tagesordnung des UNESCO-Exekutivrates vom kommenden 21. Mai.

"Ständige Abnahme der Leseranzahl"

Die Generaldirektion der internationalen Organisation rechtfertigt die Maßnahme mit der "ständigen Abnahme der Leseranzahl" und einem anhaltenden finanziellen Defizit, das Ende des Vorjahres 1,5 Millionen US-Dollar (1,70 Mill. Euro/23,4 Mill. S) betragen habe. Laut UNESCO-Direktion beträgt die Gesamtauflage des Magazins einschließlich der kostenlos verteilten Nummern 150.000 Exemplare.

Die Redaktion der Zeitschrift betonte dagegen, dass "Le Courrier de l'Unesco" für zwei Jahre ein Budget von 6,4 Millionen Dollar bekommen und in der selben Periode 1,5 Millionen Dollar eingenommen habe. Die Kosten der Publikation betrügen daher 4,9 Millionen Dollar in zwei Jahren, was weniger als ein Prozent des UNESCO-Budgets (544 Millionen Dollar) darstelle. Die Journalisten erinnerten weiters daran, dass die Internet-Ausgabe der Zeitschrift jeden Monat eine halbe Million Einzelbesuche verzeichne.

Debatte im Exekutivrat

Aus Kreisen der UNESCO wurde unterdessen bekannt, dass die geplante Einstellung der Publikation von einer ganzen Reihe von Mitgliedsländern der internationalen Organisation mit starker Kritik aufgenommen worden sei. Es ist daher eine heftige Debatte im Exekutivrat zu erwarten. (APA)

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