Spitzenplätze für Maschinenbauwerte

17. Mai 2001, 18:53
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Österreichs Old Economy im internationalen Branchenvergleich vorne

Wien - Unternehmen der Stahl- und Maschinenbaubranche, die an der Börse in Wien notiert sind, haben ihren Aktionären in den vergangenen fünf Jahren weit mehr Freude bereitet als Unternehmen aus dem Finanzsektor oder dem Energiebereich. Das hat der Unternehmensberater Arthur D. Little (ADL) herausgefunden, der erstmals auch österreichische Unternehmen in einen internationalen Branchenvergleich einbezogen hat.

Als Bewertungskriterium wurde der "Total Return to Shareholder" herangezogen - ein Analystenwert, der die Entwicklung des Aktienpreises inklusive einer jährlichen Reinvestition der jeweiligen Dividende in weitere Aktien des betreffenden Unternehmens widerspiegelt.

Spitzenwerte erzielt haben im internationalen Branchenvergleich laut Studie der Wasseraufbereiter BWT, die auf Gasturbinen spezialisierte Jenbacher, der Autozulieferer Miba und die auf Schienensysteme spezialisierte VAE. Während der durchschnittliche Wert von Aktien der Maschinenbaubranche im Untersuchungszeitraum März 1996 bis März 2000 weltweit um fünf Prozent wuchs, erzielte BWT beispielsweise eine jährliche Performance von 38 Prozent, Jenbacher legte um 25 Prozent zu, die Miba-Aktie um 16 und das VAE-Papier um 13 Prozent.

Gute Entwicklung bei Stahlaktien

Gut entwickelt haben sich nach Angaben von Studienautor Christian Weigel auch die österreichischen Stahlaktien mit einer jährlichen Performance von fünf Prozent, wobei das VA-Stahl-Papier mit acht Prozent voranlag. Dies sei umso erstaunlicher, als es im Branchendurchschnitt im Untersuchungszeitraum weltweit ein Nullwachstum gegeben habe, sagte Studienautor Christian Weigel bei der Präsentation der Ergebnisse.

Für Topperformer ließen sich "fünf goldene Regeln" ableiten, sagte ADL-Geschäftsführer Georg Serentschy. Dazu zähle die Konzentration auf Kernprodukte zur Erreichung eines hohen Marktanteils und die Optimierung des eingesetzen Kapitals durch Konzentration auf das Kerngeschäft. Akquisitionen sollten zur Verstärkung des Kerngeschäfts erfolgen, E-Business als zusätzlicher Vertriebskanal eingesetzt werden. Die Fokussierung auf Produktsegmente mit überdurchschnittlichem Wachstum sei ebenfalls bezeichnend für einen Topperformer. (stro, DER STANDARD, Printausgabe 18.5.2001)

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