Irans Verkehrsminister bei Flugzeugabsturz getötet

17. Mai 2001, 16:15
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Pilot verlor wegen Schlechtwetters Kontrolle über altersschwache Maschine

Teheran - Beim Absturz eines Flugzeugs im Iran sind am Donnerstag der iranische Verkehrsminister Rahman Dadman und mindestens 28 weitere Insassen getötet worden. Wie ein Sprecher der zivilen Luftfahrtbehörde mitteilte, stürzte die in Russland gebaute Yak-40 der Gesellschaft Faras e Keshm nahe der Stadt Sari ab. Es habe keine Überlebenden gegeben.

Der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA zufolge hatte der Pilot wegen schlechten Wetters Kontakt mit Fluglotsen aufgenommen und angekündigt, nach Teheran zurückzukehren oder notzulanden. Der Minister war der Behörde zufolge zusammen mit zwei Vize-Ministern und sechs Abgeordneten auf dem Flug von Teheran nach Gorgan, um dort einen Flughafen einzuweihen.

Das Unglück ereignete sich im Norden des Iran nahe der Grenze zu Turkmenien. Wie das iranische Innenministerium mitteilte, wurde das Wrack der Maschine zwischen Gorgan und Schahrud, etwa 330 Kilometer nordöstlich von Teheran, gefunden.

Irans Luftflotte ist veraltet

Das Flugzeug war von Teheran auf dem Weg nach Gorgan, der Provinzhauptstadt von Golestan. Gouverneur Ali Asghar Achmadi berichtete, er sei bereits zur Begrüßung des Verkehrsministers und seiner Delegation auf dem Flughafen gewesen, als gemeldet wurde, dass der Kontakt zu der Maschine abgebrochen sei. Der Kontrollturm des Flughafens von Sari habe den letzten Kontakt mit dem Piloten gehabt. "Der Pilot sagte, dass er wegen schlechten Wetters nach Teheran zurückfliegt", sagte Achmadi. In der Region regnete es zu der Zeit stark.

Nach Angaben des staatlichen Fernsehens wurden am Donnerstag auch die benachbarten Länder Turkmenien und Aserbaidschan gebeten, sich an der Suche nach dem vermissten Flugzeug zu beteiligen.

Dadman, Vater von vier Kindern, war erst im Jänner im Zuge einer Kabinettsumbildung zu Verkehrsminister ernannt worden. Zuvor war er Eisenbahndirektor gewesen.

Der Iran, der unter einseitig von den USA verhängten Sanktionen leidet, unterhält eine veraltete Luftflotte, deren Maschinen zumeist vor der Islamischen Revolution 1979 gebaut wurden. Aufgrund dieser Mängel werden häufig Flugzeuge aus Ländern der früheren Sowjetunion geleast. Laut IRNA trugen die Piloten und drei der Besatzungsmitglieder armenische Namen. (APA/Reuters/dpa/AP)

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