Hochschullehrer an Grazer TU rufen zum Streik am 29. Mai auf

17. Mai 2001, 11:16
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Warnstreik am Tag des geplanten Beschlusses im Ministerrat

Graz - Aus Protest gegen die geplante Reform des Universitätslehrer-Dienstrechtsgesetzes haben die Universitätslehrer an der Technischen Universität Graz am Mittwoch Abend aufgerufen. Die Abhaltung eines eintägigen Warnstreikes am Dienstag, dem 29. Mai - dem Tag der geplanten Beschlussfassung im Ministerrat -, wurde einstimmig im Rahmen einer außerordentlichen Dienststellenversammlung und Gewerkschaftlichen Betriebsversammlung der TU beschlossen. Für morgen, Freitag, wird ein ähnliches Ergebnis an der Grazer Karl-Franzens-Universität erwartet.

Entsprechend der bereits erfolgten Stellungnahme der Bundessektionsleitung der Hochschullehrer in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) haben nun auch die Hochschullehrer der Grazer TU eine Resolution vorgelegt, in der die Bundesregierung aufgefordert wird, den am 27. April vorgelegten Entwurf zurückzunehmen und "ohne Zeitdruck in eine konstruktive Diskussion über die Weiterentwicklung der österreichischen Universitäten einzutreten". Zur Untermauerung dieser Forderung will man am 29. Mai einen eintägigen Warnstreik ab der Erzherzog-Johann-Universität durchführen.

Die Hochschullehrer kritisieren insbesondere, dass mit dem Änderungsgesetz "in inakzeptabler Weise in die Rechte der Universitäts- und VertragsassistenteInnen in befristeten Dienstverhältnissen eingegriffen wird und neben dem persönlichen Schicksal von über 220 KollegInnen an unserer Universität auch gravierende Nachteile für eine Vielzahl von Instituten drohen". Das vorgeschlagene Modell nehme dem wissenschaftlichen Nachwuchs Chancen. Zusätzlich würde "der zu erwartende Personalabbau" zu reduzierter Forschungsleistung und Niveauverlust der Universitäten führen und die Aufrechterhaltung eines geordneten Studienbetriebes an der Technischen Universität nicht mehr erbringbar sein.

Von Seiten der Grazer Karl-Franzens-Universität liegt bisher noch keine öffentliche Stellungnahme zum neuen Entwurf vor. Für die morgen Nachmittag angelegte gewerkschaftliche Betriebsversammlung und Dienststellenversammlung wird allerdings ein ähnliches Ergebnis, sprich ein weiterer Aufruf zum eintägigen Warnstreik, erwartet, so Erwin Pochmarski, der Sprecher des Dienststellenausschusses. (APA)

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