Alcatel Austria erreicht Rekordumsatz

17. Mai 2001, 11:20
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Im Jahr 2000 wurden 7,1 Milliarden Schilling erwirtschaftet

Alcatel Austria blickt auf das "erfolgreichste Geschäftsjahr" in der Geschichte des Unternehmens zurück. Die Österreich-Tochter des französischen Telekommunikationskonzerns hat im Jahr 2000 ihren Umsatz um rund ein Drittel von 5,35 auf 7,1 Mrd. S (516 Mill. Euro) gesteigert. Grund dafür seien der erfolgreiche Abschluss des GSM Mobilnetz-Projekts für tele.ring sowie die ADSL-Aufträge der Telekom Austria gewesen. Dies seien jedoch Einmaleffekte. Die Wachstumsraten des vergangenen Jahres lassen sich daher in den nächsten Jahren nur schwer wiederholen, betonte Generaldirektor Reinhard Hutter am Mittwochabend bei einem Pressegespräch.

Unbeeindruckt durch momentane Schwäche der Branche

Von der derzeitigen Schwäche der Branche zeigt sich Alcatel Austria allerdings vorerst unbeeindruckt. Drohende Rückgänge bei den Aufträgen habe man bereits in den Jahren davor antizipiert, so Hutter weiter. Der Mitarbeiterbestand der Alcatel Austria sei daher im vergangenen Jahr mit 1.250 einschließlich projektorientierter Arbeitsverträge nahezu konstant geblieben.

"Convergent Content Applications" - Die Zukunft

Im Zuge einer Neuausrichtung des Unternehmens will Alcatel Austria künftig vor allem die Exportmärkte forcieren. Flaggschiff ist dabei ein Alcatel-Kompetenzzentrum für mobile Internetanwendungen, das in Wien angesiedelt wurde. Konkret werden hier in den kommenden Jahren so genannte "Convergent Content Applications" (CCA) entwickelt, also Programme die dem Benutzer den Zugriff auf Informationen aus dem Internet ermöglichen, sei es vom Handy aus oder auch vom Computer. Gleichzeitig arbeitet Alcatel auch bereits an den dazugehörigen Verrechnungssystemen.

Erste Abnehmer für das neue Wiener Tool gibt es laut Hutter bereits. Mit heimischen Mobilfunk-Betreibern werde noch verhandelt.

Erfolgreich mit der "Bahn"

Internationale Erfolge verzeichnet Alcatel Austria auch im Bereich Bahn-Sicherungstechnik. Nach Bulgarien und Ungarn erhielt Alcatel in Österreich heuer bereits Aufträge von den Schweizer Bundesbahnen und aus Luxemburg im Gesamtwert von rund 80 Mill. S. Dabei geht es um die Einführung eines europaweit einheitlichen Zugbeeinflussungssystem, Alcatel ist hier nach eigenen Angaben Marktführer.

In Österreich wird dieses System zunächst nördlich von Wien und auf der Flughafenschnellbahn errichtet. Für das gesamte heimische Schienennetz wird es noch eine Ausschreibung geben. Als Marktführer hoffe man dabei auf den Zuschlag, so Hutter.

Gewinne im Glasfaserbereich

Weitere Erfolge will Alcatel Austria auch mit seiner Netzwerkdivision verzeichnen. Stark an Bedeutung gewinne hier vor allem der Glasfaserbereich. Alcatel habe hier zu Lande bereits für 1,3 Mrd. S ein Glasfasernetz von Salzburg über Linz, Wien, Graz und Klagenfurt bis nach Arnoldstein verlegt. International habe sich der Alcatel-Umsatz im Glasfaserbereich im ersten Quartal 2000 bereits verdoppelt, so Hutter.

Insgesamt hat der französische Mischkonzern und Netzwerkausrüster Alcatel SA (Paris) im ersten Quartal 2001 weltweit einen Nettogewinn von 210 (Vorjahreszeitraum: 258) Mill. Euro bzw. 2,9 Mrd. S ausgewiesen. Dagegen stieg der operative Gewinn auf 118 (113) Mill. Euro. Der Umsatz nahm auf 7,40 (6,12) Mrd. Euro zu.(APA)

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