Weniger Planstellen für Landeslehrer im kommenden Schuljahr

17. Mai 2001, 11:12
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Abbau aber deutlich geringer als befürchtet

Wien - Rund drei bis vier Prozent weniger Planstellen dürften im kommenden Schuljahr für Landeslehrer zur Verfügung stehen. Dies ergibt sich aus den vorläufigen Stellenplänen, die einzelne Bundesländer auf Basis der geschätzten Schülerzahlen 2001/2002 ans Bildungsministerium gemeldet haben. Trotz der dafür vorgesehenen Frist bis 15. Mai stehen allerdings erst Zahlen für fünf Bundesländer zur Verfügung. Demnach wird es in Wien, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten und dem Burgenland voraussichtlich um rund 1.500 Planstellen weniger geben. Insgesamt dürften damit um etwa die Hälfte weniger Planstellen gekürzt werden als im vergangenen Herbst befürchtet.

Als Gründe für die Reduktion der Planstellen geben die Länder sinkende Schülerzahlen sowie die Festlegung eines neuen Verhältnisses von Schülern pro Lehrer-Planstelle im Finanzausgleich an. Die Zahlen sind übrigens noch nicht endgültig: Der "echte" Stellenplan wird erst auf Basis der tatsächlichen Schülerzahlen per 1. Oktober erstellt.

In Oberösterreich meldet der Landesschulrat für das kommende Schuljahr 12.414 Pflichtschullehrer-Planstellen, das sind um 442 weniger als 2000/2001. Dieser Bedarf sei einerseits in den Finanzausgleichsverhandlungen vereinbart worden und stelle andererseits eine Anpassung auch an die geringeren Schülerzahlen dar, sagte Landesschulratspräsident Johannes Riedl dazu.

Die Reduktion um 442 Planstellen werde einerseits dadurch erreicht, dass es bei Pensionierungen zu keinen Nachbesetzungen kommt. Auf der anderen Seite werde der Anteil der "gebundenen" Planstellen - das sind solche, die nicht besetzt werden, damit eine finanzielle Reserve für Karenz- und sonstige Vertretungen bleibt - reduziert, erläuterte Riedl. Im Übrigen rechne er damit, dass im kommenden Schuljahr auf Grund von Karenzierungen rund 150 bis 200 Pflichtschullehrer in Oberösterreich zusätzlich beschäftigt werden können.

In Wien werden 2001/2002 voraussichtlich 9.996 Planstellen für Landeslehrer zur Verfügung stehen, das sind um rund 380 weniger als im laufenden Schuljahr. Diese Zahl entstammt einem Papier zur Personalplanung von Landesschulinspektor Walter Weidinger, das auch im Internet veröffentlicht ist. Für das kommende Jahr erwartet er demnach einen leichten Schülerrückgang, trotzdem müssten die Klassen-Eröffnungszahlen auf 25 angehoben werden.

Der am Montag von der Steiermärkischen Landesregierung beschlossene Dienstpostenplan für das kommende Schuljahr sieht eine Reduktion der Planstellen von 9.433 auf 9.051, also um 382 Stellen, vor. Der zuständige Landesrat Hermann Schützenhöfer (V) begründete dies mit einerseits weniger Schülern und andererseits den Bestimmungen im Finanzausgleichgesetz, das ein neues Verhältnis Schüler-Lehrer vorgebe.

In Kärnten wird es auf Grund des Finanzausgleichs im Schuljahr 2001/02 voraussichtlich um 135 Dienstposten weniger für Landeslehrer geben, teilte der Leiter der Schulabteilung des Landes, Günther Woschitz, mit. Auf Grund der sinkenden Schülerzahlen fallen zusätzlich 50 Planstellen weg. Im laufenden Schuljahr verfügt Kärnten über 4.855 Dienstposten.

Das Burgenland hat beim Ministerium für 2001/2002 die Zahl von 2.190 Planstellen eingereicht. Im laufenden Schuljahr gibt es an Burgenlands Pflichtschulen 2.268 Planstellen. Oberstes Ziel sei es, keinen Lehrer zu entlassen, hieß es aus dem Büro des Schulreferenten LHStv. Franz Steindl (V).

Sorgen bereitet auch im Burgenland der fehlende Nachwuchs: Während im Jahr 1980/81 noch 3.346 Kinder zur Welt kamen, waren es 1999/2000 nur mehr 2.264 - ein Rückgang um 32 Prozent. Im Vergleich zum vergangenen Schuljahr ist die Schülerzahl an Burgenlands Pflichtschulen auf zuletzt 21.483 zurückgegangen, im kommenden Jahr dürften erneut bis zu 300 Taferklassler weniger die Schulbank drücken.

Keine näheren Angaben liegen noch für Tirol, Niederösterreich, Salzburg und Vorarlberg vor. Während in Tirol der Leiter der Abteilung Schule und Kindergarten, Gerhard Melichar, "insgesamt wahrscheinlich weniger Lehrer im Dienststand" erwartet, verweist man in Niederösterreich und Vorarlberg auf noch laufende Berechnungen.

Landeslehrer sind vor allem die Lehrer an den allgemeinbildenden Pflichtschulen (Volksschulen, Hauptschulen, Sonderschulen, Polytechnische Schulen) sowie Pädagogen an berufsbildenden Pflichtschulen und an land- und forstwirtschaftlichen Berufsschulen. (APA)

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