Volksbanken bauen Filialnetz aus

17. Mai 2001, 15:54
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Forderung nach freien Bankzeiten - Im Sommer kommt zweiter Internet-Broker

Wien - Um 50 bis 100 Filialen wollen die österreichischen Volksbanken ihr derzeit 588 Zweigstellen umfassendes Inlands-Filialnetz binnen 10 Jahren ausbauen. Dies wurde am Mittwochabend bei einem Pressegespräch der Verbandsspitze in Wien angekündigt. Nicht ausgeschlossen sei, dass man an Plätze geht, an denen große Mitbewerber (Bank Austria, CA) Filialen zusperren. Bis 2010 wollen die Volksbanken im Inland um gut die Hälfte mehr Kunden, also einen Zuwachs um 350.000 auf eine Million. Im elektronischen Vertrieb wird ein sektorweiter neuer Internet-Broker ("Athos") vorbereitet. Er startet im Pilot im Sommer.

Die Zeit der Marktanteilsverluste sei vorbei. Ziel sei es, den Kundenanteil im Schnitt von 10 auf 15 Prozent anzuheben, bei den Klein- und Mittelbetrieben will man von 20 auf 30 Prozent Marktanteil kommen. Vor allem in den Ballungszentren (Wien, Linz) wollen die Volksbanker aufholen.

Marktoffensive wird viel kosten

Die Marktoffensive werde viel kosten, wurde erklärt. Dass mit der forcierten Marktdurchdringung ein Ergebnisrückgang einhergehe, sei "nicht zwingend", erklärte der neue Volksbanken-Verbandspräsident Werner Eidherr vor Journalisten. Klar sei, dass es "da und dort natürlich Zugeständnisse" geben werde, "wir haben aber nicht die Absicht, Kunden über Dumping zu gewinnen".

Öffnungszeiten

Zu der vom Wirtschaftsministerium vorbereiteten weiteren Liberalisierung der Öffnungszeiten für die Kreditwirtschaft haben die Volksbanken bereits die Samstagnachmittag-Öffnung begrüßt. Eidherr ginge gern noch weiter: "Wir brauchen die Freigabe", tabu sei lediglich der Sonntag. Wo wann offen sei, richte sich nach dem regionalen Bedarf und der Wirtschaftlichkeit.

Internet-Broker Nummer zwei

Ab dem heurigen Sommer wird es voraussichtlich zwei Internet-Broker von österreichischen Volksbanken geben. Bisher ist die Vorarlberger Volksbank mit ihrem Onlinebroker vbdirekt im Markt aktiv. Eine Teilnahme anderer beitrittswilliger Sektorinstitute kam nicht zustande. Daher bereiten nun auf Ebene des Volksbanken-Rechenzentrums ARZ Institute östlich des Arlbergs zusammen eine "sektorale" Internet-Plattform ("Athos") vor. Träger dieses zur Jahresmitte 2001 startenden Pilotprojekts sind zunächst die Volksbank Kufstein, die ÖVAG und die Hypo Tirol. (APA)

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