Tierschützer erstatten Anzeige gegen alle Schlachthöfe Österreichs

17. Mai 2001, 10:30
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Es besteht "Verdacht auf Tierquälerei"

Linz - Anzeige "gegen alle österreichischen Schlachthöfe" erstattet jetzt der Dachverband der oberösterreichischen Tierschutzorganisationen. Es bestehe der "Verdacht auf Tierquälerei", wurde am Donnerstag in einer Aussendung des Dachverbandes bekannt gegeben.

Ausgangspunkt waren Videoaufnahmen, die Tierschützer in einem kleinen Schlachthof in Oberösterreich machten, wobei Stiere bei der Schlachtung nicht ausreichend betäubt gewesen seien. Die Aufnahmen würden zeigen, so der Dachverband, "wie Stiere am Fließband hängend aus der Betäubung aufwachen und unbetäubt aufgeschnitten werden".

Kritik von Tierschutz-Landesrätin Silvia Stöger

Oberösterreichs Tierschutz-Landesrätin Silvia Stöger (S) erstattete in diesem Zusammenhang inzwischen Anzeige gegen den Schlachthof, sie kritisiert aber auch die Tierschützer, weil diese die Schlachtung filmten, ohne sofort dafür zu sorgen, dass die Stiere ordnungsgemäß betäubt werden.

Dazu Dachverband der Tierschutzorganisationen in der Aussendung vom Donnerstag: "Der Tierschutz nimmt sich die Kritik von Frau Landesrätin Stöger, es hätte wegen der Tierquälereien Anzeige erstattet werden müssen, zu Herzen. Allerdings ist nichts damit gewonnen, einen kleinen Sündenbock kaputt zu machen, um in der Öffentlichkeit den Eindruck entstehen zu lassen, es werde etwas gegen die Missstände getan".

Daher würden nun vom Dachverband alle österreichischen Schlachthöfe angezeigt, wobei die Tierschützer darüber hinaus den Verdacht hegen, "dass EU-weit in Schlachthäusern Tiere unzureichend betäubt geschlachtet werden". (APA)

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