Hinrichtung könnte doch ins Internet kommen

17. Mai 2001, 09:24
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Minderjährige sollen durch eine Übertragungsgebühr von 1,95 Dollar ferngehalten werden

Tampa - Die auf voraussichtlich 11. Juni verschobene Hinrichtung des Oklahoma-Attentäters Timothy McVeigh soll nun doch noch im Internet übertragen werden. Entertainment Network Inc. (ENI) will sich um die Senderechte bemühen, mit der Einhebung einer Übertragungsgebühr (1,95 Dollar oder 2,22 Euro/ 30,60 Schilling) soll sichergestellt werden, dass keine Minderjährigen der Hinrichtung zuschauen. Im April hatte ein US-Bundesrichter in Indianapolis dem in Florida ansässigen Unternehmen die Übertragung allerdings untersagt.

Die Hinrichtung war verschoben worden, nachdem bekannt geworden war, dass das FBI den Verteidigern McVeighs rund 3100 Seiten Beweisdokumente vorenthalten hatte. Darin ging es auch um einen möglichen zweiten Attentäter, der bei der Explosion gestorben sein soll.

McVeigh bestreitet die Existenz eines zweiten Mannes, er gestand das Attentat ein. Seinem Anwalt hatte er zuletzt alle Schritte untersagt, die zu einer Begnadigung führen könnten. Bei dem Anschlag im April 1995 starben 168 Menschen. (AP/dpa)
(DER STANDARD, Printausgabe, 17.5.2001)

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