US-Schüler droht wegen Mord lebenslängliche Haft

17. Mai 2001, 09:10
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ai protestiert heftig

West Palm Beach - Ein Gericht im US-Bundesstaat Florida hat einen 14-jährigen Schüler des Mordes an seinem Lehrer schuldig gesprochen. Er hatte am 26. Mai vergangenen Jahres im Alter von damals 13 Jahren seinen Englisch-Lehrer im Klassenzimmer mit einem Pistolenschuss zwischen die Augen getötet, nachdem er am letzten Tag des Schuljahrs einen Verweis erhalten hatte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten am Mittwoch nun wegen Mord zweiten Grades.

Die Anwälte des Buben hatten vor Gericht argumentiert, der Schüler habe nur aus Versehen den Abzug der Pistole betätigt, die er zuvor seinem Großvater entwendet hatte. Der Fall erregte weit über Florida hinaus Aufsehen und Kritik, weil die Anklage nach dem Strafrecht für Erwachsene geführt wurde.

Lebenlängliche Haft möglich

Auf Mord zweiten Grades steht in Florida eine Strafe von 25 Jahren bis zu lebenslänglicher Haft. Bei vorsätzlichem und geplantem Mord (erster Grad) ist die lebenslange Haft verpflichtend vorgeschrieben. Die Verkündung des Strafmaßes für den 14-jährigen Nathaniel Brazill soll am 29. Juni stattfinden. Nach Einschätzung seiner Anwälte hat der Richter einen relativ großen Entscheidungsspielraum - "von Null bis Lebenslänglich".

Internationale Menschenrechtsorganisationen wie amnesty international hatten gegen das Verfahren protestiert, weil hier ein Kind mit einer schweren, für Erwachsene gedachten Strafe bedroht werde. Die Anklage bezeichnete den Buben hingegen vor Gericht als "kaltblütigen Killer". Er hatte am Tag des Mordes die Schule vorzeitig verlassen müssen, weil er mit Wasserballons geworfen hatte. Schüler berichteten, nach dem Vorfall seien die Schulvorschriften drastisch verschärft worden. So ist es den Kindern nun verboten, die Hemden über den Hosen zu tragen, damit keine Waffen darunter verborgen werden können. (APA)

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