"Anmache" ist kein "nationales Hobby"

16. Mai 2001, 23:43
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Sexuelle Belästigung gilt nun auch in Brasilien als Verbrechen

In Brasilien, wo die "Anmache" von vielen als ein "nationales Hobby" betrachtet wird, müssen sich Machos ab sofort in Acht nehmen. Staatspräsident Fernando Henrique Cardoso setzte am Mittwoch (Ortszeit) in Brasilia ein Gesetz gegen sexuelle Belästigung in Kraft, das Freiheitsentzug von mindestens einem und maximal zwei Jahren vorsieht. Sexuelle Belästigung muss damit von der Justiz in Brasilien erstmals als Verbrechen betrachtet werden.

Das Gesetz ist in Brasilien auch unter Frauen umstritten. Justiz- Sprecher erwarten eine "Welle von Anzeigen". Die Referentin der Verfassungskommission des Senats, Heloisa Helena, meinte jedoch: "Mit dem Gesetz sollen nicht die nette Anmache, die Blumen, die Poesie oder jede Art von Liebesausdruck unterbunden werden". Ziel des Gesetzes sei vielmehr, die respektlose Annäherung im Stile eines feindlichen Überfalls zu verhindern. (APA)

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