Umweltkatastrophe im irakischen Euphrat- und Tigrisdelta

16. Mai 2001, 19:12
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Marschland fast vollständig ausgetrocknet

Potsdam - Im Irak hat sich in den vergangenen zehn Jahren durch die Austrocknung des Euphrat- und Tigrisdeltas eine Umweltkatastrophe mit noch unabsehbaren Folgen entwickelt. Das geht nach Informationen der "Märkischen Allgemeine" (Potsdam) aus aktuellen Satellitenaufnahmen der US-Weltraumagentur NASA hervor, die dem UN-Umweltprogramms UNEP zugänglich gemacht wurden.

Am Freitag wolle UNEP-Chef Klaus Töpfer in Washington einen Bericht über die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit vorstellen, berichtete der Afrika-Korrespondenten der Zeitung. Wie die nur per Satellit in dieser Präzision mögliche Schadenerhebung im Fall Irak ergeben habe, ist die einmalige Natur im so genannten Marschland von Mesopotamien im Euphrat-Tigris-Delta zu 90 Prozent ausgetrocknet, in einigen Bereichen sogar zu 97 Prozent, führt der UNEP-Bericht auf.

Auf Grund der problematischen Beziehungen zum Irak war den UNEP-Experten in den vergangenen zehn Jahren der direkte Zugang zu dem rund 20.000 Quadratkilometer großen Gebiet erschwert. Von den Folgen der "Verwüstung" der Region bedroht seien nicht nur einmalige Tierarten, sondern das gesamte ökologische Gleichgewicht am Persischen Golf und das Klima auf der ganzen Erde.

Über die Ursachen des Desasters und mögliche politische Konsequenzen machte die zur strikten Neutralität verpflichtete UN-Organisation keine Angaben. Doch gilt als sicher, dass der Irak den beiden lebenswichtigen Flüssen der Euphrat-Tigris-Region zu viel Wasser entzogen hat. Mehr als zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche des international isolierten Iraks sind auf künstliche Bewässerung angewiesen. (APA/dpa)

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