Vier Verletzte nach Staubexplosion im Burgenland

16. Mai 2001, 21:40
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Überhitztes Lager bei einer Spanaufbereitungsmühle als vermutliche Ursache

Eisenstadt - Bei einer Staubexplosion im Pressspanplattenwerk der Österreichischen Homogenholz Gmbh in Neudörfl (Bezirk Mattersburg) wurden am späten Mittwochnachmittag vier Menschen zum Teil schwer verletzt. Bei dem Versuch, eine Spanaufbereitungsmühle zu kontrollieren, die sich wegen eines überhitzten Lagers automatisch abgeschaltet hatte, kam es zu einer explosionsartigen Entzündung des in der Mühle befindlichen Staubes.

Dabei erlitten ein Schichtschlosser und ein weiterer Arbeiter schwerste Verbrennungen, berichtete der Geschäftsführer der Österreichischen Homogenholz Gmbh in Neudörfl, Arnold Lackner. Bei dem Unglück, das sich gegen 17.45 Uhr ereignete, wurde außerdem ein dritter Arbeiter, der sich außerhalb des Mühlenraumes aufgehalten hatte, leicht verletzt. Ein Angehöriger der Werksfeuerwehr erlitt eine Rauchgasvergiftung, als er Rohrleitungen kontrollierte.

Zur Bergung der Opfer waren drei Notarzthubschrauber im Einsatz: Die beiden Schwerverletzten wurden mit einem für Intensivtransporte speziell ausgerüsteten Helikopter des ÖAMTC und mit dem Notarzthubschrauber "Christophorus 9" des Autofahrerklubs in das Wiener AKH geflogen. Der dritte Verletzte wurde mit dem Notarztwagen in das Krankenhaus Wiener Neustadt gebracht.

Den durch den Unfall entstandenen mechanischen Schaden bezeichnete der Geschäftsführer als "zu vernachlässigen" - "ein paar verbeulte Bleche, das ist alles." Brandeinwirkung sei außer im unmittelbaren Mühlenbereich nicht vorhanden gewesen. Zunächst müsse nun eine kriminaltechnische Klärung des Vorfalles erfolgen. Anschließend sollen die Aufräumarbeiten durchgeführt werden, "dann wird man die Anlage wieder anfahren", sagte Lackner.

Die Explosion verursachte im Neudörfler Homogenwerk bereits den vierten Brand innerhalb von vier Jahren: Im Juli 1998 hatte ein defekter Hydraulikschlauch einen Großbrand ausgelöst. Durch eine Staubexplosion entstand im Oktober 1999 ein Schaden von rund 50 Millionen Schilling. Zuletzt brannte es im Homogenwerk im Juni des Vorjahres nach einem Stromausfall, woraufhin sich eine Trocknungsanlage entzündete. Der Feuerwehr gelang es damals, die Flammen binnen drei Stunden zu löschen. (APA)

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