Bosnische Regierung einigt sich mit kroatischen Soldaten

16. Mai 2001, 18:59
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Hindernisse für Eingliederung von über 7.000 kroatischen Soldaten aus dem Weg geräumt

Sarajewo - Die bosnische Regierung hat sich nach offiziellen Angaben mit den meuternden kroatischen Soldaten über deren Rückkehr in die Bundesarmee geeinigt. Der Verteidigungsminister der Moslemisch-kroatischen Föderation in Bosnien, Mijo Anic, sagte am Mittwoch in Sarajewo, die Hindernisse für eine Wiedereingliederung der mehr als 7.000 kroatischen Soldaten seien aus dem Weg geräumt worden. Die Soldaten hatten im März die Kasernen der Bundesarmee verlassen, um die Forderung nationalistischer Kroaten nach Selbstverwaltung in Bosnien zu unterstützen.

Der nationalistische kroatische General, Zlatan Mijo Jelic, sagte, das Abkommen sei ein Signal für die kroatischen Soldaten, die rechtmäßigen Autoritäten anzuerkennen. Der Vereinbarung seien lange Verhandlungen vorausgegangen, die wegen befürchteter Zusammenstöße bei Protesten der Soldaten beschleunigt worden seien. Die meuterenden Soldaten hatten in den vergangenen Tagen vor mehreren Kasernen des Landes protestiert, weitere Proteste waren am Mittwoch vor einer Kaserne bei Sarajewo geplant gewesen. Brigadegeneral Mario Bradar, den die Regierung als Drahtzieher der Proteste bezeichnete hatte, sagte nach Abschluss des Abkommens, für weitere Demonstrationen gebe es nun keine Rechtfertigungen mehr.

Die kroatische Unabhängigkeitsbewegung (HNS) hatte der Regierung und der internationalen Gemeinschaft eine Frist bis Mittwoch gesetzt, um den Konflikt beizulegen. Die HNS wird von der nationalistischen Partei Kroatisch-Demokratische Union (HDZ) dominiert. Die Unabhängigkeitsbewegung war im März gegründet worden, nachdem die HDZ nach den Wahlen Ende vergangenen Jahres aus der Bundesregierung in Sarajewo ausgeschlossen worden war. Bosnien-Herzegowina besteht seit dem Ende des Bosnien-Krieges (1992 bis 1995) und dem Friedensabkommen von Dayton aus der Moslemisch-kroatischen Föderation und der Serbischen Republik. (APA/Reuters)

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